Für Leser, die lieber ein Buch in der Hand halten, ist der neue Band überall im Buchhandel oder Internetbuchhandel (auch als E-Book) bestellbar.
Das wird man ja wohl noch sagen … müssen
von Hans - Georg Wigge
Altersweise Reimespeise trifft
unbequeme Zeitextreme
Copyright 2025 by Hans - Georg Wigge
Verlag: BoD - Books on Demand GmbH,
In de Tarpen 42, 22848 Norderstedt
Druck: Libri Plureos GmbH,
Friedensallee 273, 22763 Hamburg
ISBN: 9783819281952
Prolog:
Schon wieder! Ein weiteres Mal möchte ich meine subjektive Sicht über Gott und die Welt in Buchform den Lesern nahebringen. Es soll, wie immer, ein Spiegelbild der Gesellschaft sein, ein Plädoyer für Frieden und Liebe, ein Hinterfragen vom Sinn der Konflikte und Kriege weltweit, vom Umgang mit Leid und Tod, ein überspitztes Auseinandersetzen mit dem neuen Führerkult unserer Tage, ein satirisches Betrachten des Einflusses der neuen sozialen Medien, ein humorvolles Beobachten der Alltagsdinge und ein Zeitzeugnis für die Kinder- und Enkel-generationen. Selbstkritisch, sarkastisch, authentisch, demütig, unbequem und ehrlich. Wie schön, in einem Land zu leben, wo man das alles wohl mal sagen darf, um den Agitatoren der rechten Szene den Wind der suggerierten Meinungsdiktatur aus den Segeln zu nehmen! Ich werde nicht müde, meine subjektive Sicht der Welt in Reime a lá Eugen Roth, Wilhelm Busch, Ringelnatz oder Heinz Erhardt zu verpacken, deren Qualität aber für mich unerreicht bleibt.
Achtung! Mein selbstkritischer Humor und meine Weltsicht können zu allergischen Reaktionen führen. Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie bitte Ihr Gehirn oder Ihr Gewissen.
Viel Erbauung und Vergnügen beim Lesen des instrumentlosen Minnegesangs gereimter Zeitzeichen wünscht erneut ein Dorfpoet.
Inhaltsverzeichnis:
Vorreim
Unvergessen
So ein schöner Tag
Scheinwelt
Wahlhalla
Die lautlosen Hilflosen
Nachtschrank-Memories
Kreislaufbeschwerde
Stille Post
Verstummen
Wie manches beginnt …
Schwindsucht
Mitten im Leben vom Sterben umgeben
GI (Göttliche Intelligenz)
Weißt du schon?
Könner
Schlussrechnung
Auferstehung faschistischer Deutschtümelei
MAGA (Make Adonai Great Again)
Unverbindlich im Digi-Tal
Ruf mal an
Ist es so?
Könnte es so?
Überdosis
Wasser zu Wein
Brotlos
Kleingedrucktes
Friedhofsspaziergang
Herr T. räumt auf
Neidleid
Sternschützer
Späte Einsicht
Aus für Nikolaus
Wortfindungsverspätung
Rindvieh
Vor Gericht
Wer anderen eine Grube gräbt …
Sommergewitter
Fatale Evolution
Herrscher der Neuzeit
Das Ende von Auchbauch
Steuererhöhung
Einer
Nie wieder? (Kristallnacht)
Mehr als acht Milliarden
Sonnenfinsternis
Sola Scriptura
Herbstzauber
Rolltreppe
76 Millionen (1914-1918/1939-1945)
Letzte Reise
Trumputin
Zukunftsaussichten
Digitale Hypochondrie
Verloren in Amazon(ien)
Flashback
Der Gesang der Friedenstauben
Escape Rooms
(Ver)letzte Generation
Witzlos
Club Shame 2025
Weihnachtsbaumrecycling (nach einer …)
Feuersee
Graue Wölfe
Brückenlücken
Jesus forever
Der unbekannte Mann
Geborgen in Gewissheit
Epilog
Vorreim
Ach, wird mancher Leser sagen,
gibt es überhaupt noch Fragen,
die es lohnt, sie zu behandeln
und in Reime umzuwandeln?
Täglich bietet diese Welt,
Stoff, den man sich gern erzählt.
Leidvoll, freudig, traurig, heiter,
Leben geht halt immer weiter.
So gibt es ganz viel zu schreiben,
doch um nicht zu übertreiben,
gilt für mich bei allen Themen,
sie in Reimen vorzunehmen.
Einer schreibt ein ganzes Buch,
um einen kleinen Weltenfluch.
Der andere liebt kurze Fülle,
steckt Vielfalt in des Buches Hülle.
Das Letztere ist hier zu lesen,
von Dingen und von Menschenwesen.
Es soll in Kürze schwer gewichten,
erneut das Leben in Gedichten.
Unvergessen
Vergesst nicht die Menschen,
für Freiheit gestorben,
vergesst nicht den Eifer,
zu stoppen das Morden.
Vergesst nicht die Menschen,
die gaben ihr Blut.
Vergesst nicht ihr Kämpfen
mit riesigem Mut.
Vergesst nicht die Helden,
ihr Leben vorbei,
vergesst nicht ihr Opfer,
durch sie sind wir frei.
Vergesst nicht ihr Leiden,
von Teufeln erdacht,
vergesst nicht ihr Warnen
vor grausamer Macht.
Vergesst nicht die Menschen,
von Menschen gequält,
vergesst nicht ihr Zeugnis,
das wortreich erzählt.
Vergesst nicht Geschwister,
die Furchtbares litten,
vergesst nicht die Guten,
die Freiheit erstritten.
Vergesst nicht den Einen,
der mutig sich wehrt,
der gegen den Strom schwimmt,
läuft etwas verkehrt.
Vergesst die Tyrannen,
die hetzen und hassen,
die mit bösen Taten
die Welt sterben lassen.
Die lügen, betrügen,
die Seelen verführen
und mit ihren Plänen
zum Bösen aufrühren.
Vergesst nicht die Kämpfer,
die lauthals nun schweigen,
vergesst nicht die Helden,
die Unrecht aufzeigen.
Steht auf, seid nicht feige,
das gab es schon mal,
grabt euch nicht selbst Gräber,
denn ihr habt die Wahl.
Das Böse, ist immer nur
maßlos vermessen,
das Gute für Menschen
und Gott UNVERGESSEN!
Zum Gedenken an Anne Frank, Margot Friedländer, Corrie ten Boom, Dietrich Bonhoeffer, Alexej Nawalny und alle mutigen Menschen, die die Welt durch ihr Opfer besser machten und machen.
So ein schöner Tag …
Am Zebrastreifen heute Morgen,
betrachtend schon des Tages Sorgen,
hat mich ein Fahrer angeblinkt,
mir freundlich lächelnd zugewinkt.
Beim Bäcker waren Brötchen klein:
„Ich lege eines mehr hinein“,
so sprach Verkäuferin voll Güte
und legte dieses in die Tüte.
Beim Einkauf dann im Supermarkt
hat mir ein netter Mensch gesagt:
„Ich habe keine große Eile,
sie können vor für die zwei Teile“.
Dann musste ich zum Arztbesuch,
da gibt es Parkplatz nie genug.
Man schenkte mir den Restparkschein
und wies mich auch noch freundlich ein.
Der Bote, der hat froh gelacht,
mir endlich das Paket gebracht,
auf welches ich schon lange warte
und voller Ungeduld schon harrte.
Im Radio läuft mein Lieblingslied,
bei dem Erinnerung erblüht,
und wo kommt dieses Wunder her?
Die Kühlschranktür, sie quietscht nicht mehr.
Zur Abendmahlzeit vor der Nacht,
hat meine Frau mir mitgebracht,
den Pudding, den ich gerne mag,
das war der Höhepunkt vom Tag.
Ganz freudig liege ich im Bett,
ja, dieser Tag war wirklich nett.
Wie schnell verschwänden manche Hürden,
wenn solche Tage Regel würden.
Glücklich ist nicht, wer das hat was er will, sondern wer das will, was er hat.
- Verfasser unbekannt -
Scheinwelt
Ein Mensch kauft ein Spiel sich,
baut sich eine Welt,
die Pflanzen, die Tiere
und Menschen enthält.
Die Einfalt jedoch
schenkt ihm keine Ruh´,
so kauft er Ergänzung
für alles dazu.
Verbringt seine Tage
verschwendend vorm Schirm
und baut in sein Reich,
was ihm bietet sein Hirn.
Vereinsamt sitzt Stunden
der Mensch vorm PC
und fügt noch hinzu
einen künstlichen See.
Mit Enten bestehend
aus Bits und aus Bytes,
mit Quaakgeräuschauswahl,
als einzigem Reiz.
Von Ferne schaut Gott
traurig auf diese Welt,
in der jeder Gamer
für Gott gleich sich hält.
Und draußen da wundert
sich schweigend der Wald,
dass selten er sieht
eine Menschengestalt …
Nur ein einziges echtes Leben bietet mehr Reichtum als alle PC - Spiele dieser Welt.
- Isnah Eggiw -
Wahlhalla
Das Bürgergeld wird bald erhöht,
die Steuerlast zurückgedreht.
Dem Bafög wird das Steigen winken,
die Lebensmittelpreise sinken.
Den Flüchtling schicken wir nach Haus,
der Rentner lebt in Saus und Braus.
Kauft Wärmepumpen, stoppt das Gas,
schafft sie euch an, wir zahlen das.
Beim Fußball wird es uns gelingen,
die Titel hier ins Land zu bringen,
wir schützen Tiere und Natur
und schaffen dafür die Struktur.
Die Bahn wir endlich ausgebaut,
erhöht den Fremden Straßenmaut,
selbst Abschwung im Gesundheitswesen
ist die Vergangenheit gewesen.
Ein jedes Kind wird mitgenommen,
ganz viele Lehrer werden kommen
und auch das Recht auf Kindergarten
wird mit ganz vielen Gärtnern starten.
Wir stopfen das Ozonloch zu
und retten Klima so im Nu.
Das Kindergeld wird hochgeschnürt,
die Rente, die bleibt garantiert.
Ich lese, staune, lese, staune,
die Sprüche machen gute Laune.
Da plötzlich fällt mir zweifelnd ein:
Es werden wohl bald Wahlen sein!
Oft ist das Unmögliche nur das Unversuchte.
- Verfasser unbekannt -
Die lautlosen Hilflosen
Man hört sie nicht, man sieht sie nicht,
sie stehen nicht im Rampenlicht.
In Medien und Politik,
da hält man sich diskret zurück.
Sie sind nicht die, die Ruhm einbringen,
nicht die, die Lobeshymnen singen.
Sie kosten nur, sind nicht gefragt,
wenn neu der Haushaltsausschuss tagt.
Sie stehen immer mehr am Rand,
in der Gesellschaft hier im Land.
Sie bleiben lautlos, hilflos, still,
weil niemand für sie kämpfen will.
Wo bleiben UN-Konventionen,
die nicht einmal die Tinte lohnen?
Sie werden selten umgesetzt,
die Menschenwürde so verletzt.
Wo sind die lauten Funktionäre,
die ohne schielen auf die Ehre,
für jene großen Einsatz zeigen,
die nicht zum Applaudieren neigen?
Wo sind die vielen Demonstranten
die sonst für jede Torheit brannten?
Das Klima, Wirtschaft sind die Themen,
die Massen in Beschlag nur nehmen.
Der Mensch, der sich nicht wehren kann,
der steht behindert hintenan.
Wer meint, die These sei zu steil,
beweise mir das Gegenteil!
Hilf dem, der sich selbst nicht helfen kann; schaffe denen Recht, die für sich alleine dastehen. Ja, hilf den Armen und Elenden und sorge dafür, dass sie zu ihrem Recht kommen.
Die Bibel in Sprüche 31, Verse 8 und 9
Nachtschrank-Memories
In alten Büchern und in Schränken,
da sind, woran wir nicht mehr denken,
wenn wir recht reif geworden sind,
Geschenke, einst gemacht vom Kind.
Dort ein Zettel voller Herzen,
selbst gemachte Weihnachtskerzen.
Ein buntes Bild zum Wiegenfest,
ein Gänseblümchen, plattgepresst.
Eine Zeitung, selbstgeschrieben,
ein Gedicht vom wahren Lieben.
Doch auch: „Papa war heut´ doof“,
schreibt ein kleiner Philosoph.
„Morgen ist der Tag vorbei“,
sinniert der Nachwuchs Nummer zwei,
„der heute noch vorhanden ist“,
das ist wahre Lebenslist.
Auch der dritte Sonnenschein,
beglückte uns mit Bild und Reim,
hat mit Vielem uns beschenkt,
was noch an der Pinnwand hängt.
Leben, lieben, hier und jetzt,
nicht getrieben, nicht gehetzt,
ist der Tenor, einst geschrieben,
aller Zettel, die uns blieben.
Ich erkannte plötzlich klar,
als ich die Lebenssteine sah,
die wir zuhauf gesammelt haben,
um sie im Herzen zu vergraben.
Auf eurem Lebensweg alleine,
da wurden daraus Edelsteine,
und eure liebevollen Sätze,
die sind im Alter größte Schätze.
Die Entscheidung ein Kind zu bekommen, ist etwas Gewaltiges. Damit ist für immer festgelegt, dass du dein Herz außerhalb deines Körpers herumlaufen lässt.
- Elisabeth Stone -
Kreislaufbeschwerde
Ein Mensch, nicht aus auf Abenteuer,
hat als gesetzlicher Betreuer,
beantragt, was sein Schützling brauchte,
nicht ahnend, dass sein Kopf bald rauchte.
Es fehlte ihm dazu ein Stempel
aus einem Bürokratentempel.
Mit Wartenummer vierundsiebzig
erfuhr er: „Diesen Stempel gibt’s nicht!“
Er müsse ein Attest besorgen,
dann wiederkommen übermorgen.
Doch dieses Formular, das eine,
sei „Maxigröße“, nicht das kleine.
Für das Attest, erfuhr er dann,
braucht er den Diagnoseplan,
den nur das Pflegeheim besitzt,
dann sei die Sache rasch geritzt.
Im Pflegeheim hat man gesagt,
da ist das Amtsgericht gefragt,
ob denn der Diagnoseplan
herausgegeben werden kann?
Das Amtsgericht hat mitgeteilt,
das klappt nicht, wenn die Sache eilt.
Es fehlt zurzeit an Personal,
versuchen sie es später mal.
Dann hat er grünes Licht bekommen,
das Richterurteil mitgenommen,
den Diagnoseplan erhalten,
geglättet so die Sorgenfalten.
Mit jenem Plan in seiner Hand,
sitzt er beim Arzt an Praxiswand,
empfindet es schon fast als Fest,
als er erhält nun das Attest.
Jetzt endlich hat er es bekommen,
sofort mit auf das Amt genommen.
Doch hat erneut ihm dort im Tempel,
verweigert man den einen Stempel.
Denn das Attest, das er besäße,
das habe leider falsche Größe.
Das Formular sei „Maxigroß“,
es gelte, neu, das kleine bloß.
Das sei seit nun zwei Wochen Pflicht,
beschlossen da vom Amtsgericht.
Für das Attest erfuhr er dann … usw.
(siehe oben, weiter ab Vers 4).
Hätte man zur Erschaffung der Welt eine Kommission eingesetzt, dann wäre sie heute noch nicht fertig.
- George Bernhard Shaw -
Stille Post
Ein Mensch, der liest im Internet,
als Überschrift, bedrohend, fett,
dass 12 Millionen fremde Leute,
sein Land bald fluten, zwecks viel Beute.
Auf Google, hunderttausendfach,
liest er das Ganze nochmal nach,
erkennt, was dort als Wahrheit steht
sein Vaterland total verrät.
Bald schaffen diese bösen Zeilen,
durchs ganze Internet zu eilen.
Verlinken ist nun angesagt,
damit man „Likes“ - Rekorde jagt.
Der Mensch, der 12 Millionen sagte,
besorgte Bürger dadurch plagte,
hat jenes niemals ausgesprochen,
doch Hetzer haben Blut gerochen.
„Ein Weltenlenker will erreichen,
dass Blut- und Bodendeutsche weichen“,
so schrieb das nächste Netzportal
und schon stieg seine Nutzerzahl.
Ob Süd, ob West, ob Nord, ob Ost,
es startete die stille Post,
mehr Lügen und mehr Falschaussagen
sah man durch die Portale jagen.
Nichts stimmte, doch quer durch Europa,
mutierte jene Seifenoper.
In Chats voll Hass, schon überfüllt,
hat jeder etwas mitgebrüllt.
Es gab nicht Pläne, voll geheim,
man ging nur Hetzern auf den Leim.
Doch was nun durch die Medien rauscht,
ist: Deutsches Volk wird ausgetauscht!
Eine Lüge geht um die halbe Welt, bevor die Wahrheit Zeit hat, ihre Hosen anzuziehen.
- Winston Churchill -
Verstummen
Korallen bedecken versunkene Boote,
als Grabschmuck im Meer für tausende Tote.
Schuhe und Westen verschwinden im Sand,
Mahnmal für Fluchten aus darbendem Land.
Kreuze und Steine in Friedhofsbereichen,
heimatlos, namenlos, Ort fremder Leichen.
Von Fischen gefressen, völlig verschwunden,
Familien zerrissen, tausende Wunden.
In Lagern gestrandet, von niemand gewollt,
Hass, der an Grenzen und Mauern laut grollt.
Bilder von Elend, von Not und von Leid,
jeden Abend zur Tagesschauzeit.
Helfer bei Seenot in sturmschwerer Nacht,
werden in Umkehr zu Tätern gemacht.
Wir fliegen zum Mond, um Lager zu bauen,
der Flüchtling stirbt in furchtbarem Grauen.
In jedem Menschen, das ist was zählt,
steckt größerer Reichtum, als der aller Welt.
Es bleiben Skelette, ob Kind oder Greis,
die Knochen in jedem Menschen sind weiß.
Jeder Geflüchtete eine Geschichte,
versunken im Meer, die Hoffnung zunichte.
Die Welt ruft ganz laut: „Wo ist denn hier Gott?“
Gott ist nicht schuld, der Mensch erzeugt Not!
Verstummen, statt Pochen auf tote Verträge.
Verstummen, statt Schließung rettender Wege.
Verstummen, statt Leid von Ferne betrachten.
Verstummen, weil wir uns mit schuldig machten!
Das große Problem sind nicht die Besitzenden und die Habenichtse; es sind die Gebenichtse.
- John L. Mason -
Wie manches beginnt …
Ein Mensch, der riss ein Blümlein aus,
doch leider nicht vor seinem Haus.
Den Nachbarn ließ das Starten
die Rache vieler Arten.
Der Inhaber des Blumenbeets,
als Rentner wachsam stalkend stets,
hat Gegenstoß beschlossen,
des Nachbars Beet begossen.
Mit Glyphosat und so erreicht,
dass dessen Blumenpracht flugs weicht.
Der schaute fassungslos und stumm,
auf seinem welken Feld herum.
Hat Straftat dann verbrochen,
des Nachbars Pneus zerstochen.
Der traute seinen Augen nicht
und hielt gleich wieder Selbstgericht.
Er ahnte, wer der Täter war,
das schrie um Steigerung sogar.
Ließ sich erneut zur Rache treiben,
warf ein des Nachbars Fensterscheiben.
Der kaufte TNT,
und steigerte das Weh.
Die Kettenreaktion,
die eskalierte schon.
Der Nachbar war nicht da,
was wohl sein Glück nur war.
Doch als er wiederkam,
zerplatzte er vor Gram.
Die Rache war nun sein,
so schlug er kurz und klein,
mit Zorn nur im Gehirne,
ein Haus mit Abrissbirne.
Das Elend ist nun groß,
zwei sind nun obdachlos …
ein Blümchen, süß und klein,
kann manchmal Unglück sein.
Schwindsucht
Die Smartphones werden immer kleiner,
die Technik darin immer feiner.
Doch gerade hat der Mensch bezahlt,
da ist das Teil schon wieder alt.
Statt sich als Neubesitz zu sonnen,
hat Technikneuheit schon begonnen,
ein Teil von Technikschrott zu werden,
so ist der Smartphonegang auf Erden.
Die Jagd nach Neuem hört nie auf,
das ist der Wirtschaft Dauerlauf.
Was früher die Computer brachten,
die große Räume enger machten,
ist wie ein Knäckebrot so klein,
unfassbar viel passt trotzdem rein.
Modelle heißen zwei, drei, vier,
schon steht das nächste vor der Tür.
Die Fans, die ungeduldig bangen,
die warten gern in langen Schlangen,
beginnen sich sogar zu raufen,
nur um als Erste einzukaufen.
Doch da die Smartphones kleiner werden,
gibt es noch Hoffnung hier auf Erden.
Ich würde es ganz herrlich finden
sie würden manchmal ganz verschwinden ...
Eine Ahnung von Ewigkeit gibt es bereits. Der verstorbene, ehemals aktive Internetnutzer, wird durch die individuelle Datenspeicherung ewig unauslöschlich in der Cloud weiterleben.
- Isnah Eggiw -
Mitten im Leben vom Sterben umgeben
Ein Mensch, auf der Karriereleiter,
stieg immer höher, immer weiter.
Dann irgendwann war er ganz oben,
wo viele Egoismen toben.
Der Mensch, der stieg und stieg und stieg,
er kannte nur das Wörtchen Sieg.
Dem lief er nach, sein Leben lang,
doch plötzlich wurde er todkrank.
Ein Mensch, auf einmal eingeschränkt,
hat flugs sein Denken umgelenkt.
Die Krankheit hat ihn umgeschmissen
und aus dem Hamsterrad gerissen.
Was eben noch erschien ihm wichtig,
mutierte zu dem Wörtchen nichtig,
was eben ihm als Ziel erschien,
das raubte seine Krankheit ihm.
Die neue Währung in dem Leid,
war ab sofort die Lebenszeit.
Mit Ruhm und Reichtum nicht zu kaufen,
sah er den Sand der Sanduhr laufen.
Bei all den vielen Therapien,
sah er die Zeit vorüberziehen.
Der Mensch, noch eben bärenstark,
der kämpfte sich von Tag zu Tag.
Den Gott, der täglich uns bedrängt,
der Liebe jedem Sucher schenkt,
hat auch der Kranke neu entdeckt,
sich nach dem Himmel ausgestreckt.
Kein Ruhm, Besitz und auch kein Geld,
sind Wichtigstes auf dieser Welt.
Vergänglich ist das Menschenleben,
das Gieren, Horten, Sammeln, Streben.
Was bleibt, wenn Krankheit dich erwischt,
dir unverhofft den Tod auftischt?
Was bleibt, wenn dann ein Mensch es merkt:
Die Jagd der Welt hat mich verzwergt!
Es bleibt, den Rest der Zeit zu nutzen,
die Seele und das Herz zu putzen,
den schmalen Steg zu Gott zu bauen,
auf Jesus, seinen Sohn, vertrauen.
Auf Jesus, der es selbst erfuhr,
das Leid der menschlichen Natur.
Es bleibt ein Mensch, wie er zu werden,
das ist der wahre Sinn auf Erden.
Alles, was wichtiger ist als Gott, was unsere Gedanken und Gefühle mehr gefangen nimmt als er und von dem wir uns das versprechen, was nur Gott geben kann, ist ein Götze.
- Timothy Keller -
GI (Göttliche Intelligenz)
Ein zartes Ergrünen
verzaubert den Wald,
ein Zickzackkurs noch
zwischen warm oder kalt,
ein Duft vom Erwachen
der schlafenden Welt,
ein Ahnen, das Frühling
bald Einzug nun hält.
Ein Gähnen der Samen,
im Boden bereit,
ein Recken und Strecken
nach Winterschlafzeit,
ein Singen und Jubeln
beim Morgenkonzert,
ein Vogelinstinkt,
der den Aufbruch uns lehrt.
Ein lauwarmes Lüftchen
bringt Sehnsuchtsgefühle,
ein Sommertagsahnen,
statt eisiger Kühle,
ein Brummen und Summen
in Bäumen und Hecken,
ein jedes Jahr die Natur
neu entdecken.
Ein Tanz erster Mücken
im sonnigen Hain,
es sprießen die Pflanzen,
noch zaghaft und klein,
ein Neustart des Lebens
für Mensch und für Tier,
ein Füllen der Seelen
mit Lustelixier.
Ein Rätsel voll Fragen,
wer schenkt uns das nur?
Ein Zeichen für jene,
die Gott auf der Spur,
ein jedes Jahr kommt
Auferstehung vorbei …
die Menschen erheben sich:
Komm lieber Mai!
Wunder erzählen in Wirklichkeit in kleinen Buchstaben die ganze Geschichte nach, die in so großen Buchstaben über die ganze Welt geschrieben steht, dass sie für einige von uns zu groß sind, um sie zu sehen.
- C. S. Lewis -
Weißt du schon?
Es war einmal ein „weißt du schon“,
das haschte nach der Neugier Lohn.
Es traf auf ein ganz kleines „ach“,
Da wurde das „erzähl mal“ wach.
„Nun denk dir nur“, kam um die Ecke,
verlängerte die kurze Strecke.
„Das glaubst du nicht“, trat auch hinzu,
„unfassbar“ folgte ihm im Nu.
„Das gibt es nicht“, hat animiert,
empört zu „so ein Schuft“ geführt.
Der ist ganz blitzeschnell verblutet,
im „hätte ich ja nie vermutet“.
So nebenbei begann zu quälen,
„du darfst es aber nicht erzählen“,
das fiel jedoch in jenes Loch:
„Nur einem Freund erzähl ich´s doch“.
Der hat es seiner Frau erzählt,
die hat´s ins Internet gestellt,
bei Facebook schlüpft es in die Gruppe,
als Würze der Gerüchtesuppe.
Aus „weißt du schon“, dem kleinen Wicht,
da wurde so im Rampenlicht,
aus einer kleinen Anekdote
im Dorfgespräch die Spitzenquote.
Das Siegel der Verschwiegenheit,
das gab es schon zu aller Zeit.
Doch selten blieb es ungebrochen,
hat erst die Neugier dran gerochen.
Ich will nicht reden ohne gefragt zu sein, aber so leben, dass ich gefragt werde.
- Ulrich Seemann -
Könner
Wir können alles, sagt der Hochmut,
beim Weg durch diese Zeit.
Wir können gar nichts, sagt die Demut,
blickt auf Rätsel, Tod und Leid.
Wir können warten, sagt die Ruhe,
für die die Zeit nicht zählt.
Wir können treiben, sagt der Erste,
hält sich für auserwählt.
Wir können scheitern, sagt der Stillstand,
der am Status kein Stück rückt.
Wir können glauben, sagt die Hoffnung,
die zuversichtlich blickt.
Wir können ändern, sagt Bewusstsein,
das in Träumen Filme spielt.
Wir können aufsteh´n, sagt das Denken,
wenn jemand auf die Würde zielt.
Wir können streben, sagt die Ehre,
die nach der Anerkennung sucht.
Wir können fallen, sagt der Zweifler,
der nur die Niederlagen bucht.
Wir können trösten, sagt die Liebe,
die in dunklen Stunden bleibt.
Wir können helfen, sagt der Reichtum,
der zum Guten Menschen treibt.
Wir können horten, sagt der Machtmensch,
der sich für unersetzlich hält.
Wir können danken, sagt der Gutmensch,
spendet Zeit und Ohr und Geld.
Wir können irren, sagt der Weise,
der zu ändern sich bemüht.
Wir können zwingen, sagt der Dumme,
der nur seine Weisheit sieht.
Wir können ändern, sagt der Gute,
der Entfaltung schenken will.
Wir können plündern, sagt das Böse,
dass für sich nur Gutes will.
Wir können bleiben, sagt Vergebung,
die jeden Tag neu reflektiert.
Wir können gehen, sagt Versuchung,
die bis zum letzten Tag probiert.
Wir müssen sterben, sagt Verzweiflung,
die im Hier und Jetzt nur lebt.
Wir werden leben, sagt Gewissheit,
die nach Jesus Botschaft strebt.
Das ganze Leben ist ein schrittweises Abschiednehmen von Möglichkeiten und Wünschen, die uns nicht gegeben und erfüllt sind. Und die Kunst, nicht daran zu zerbrechen, besteht darin, immer wieder neu zu einem Ja zu finden und sich bewusst zufrieden zu erklären, mit dem, was ist.
- Doro Zachmann -
Schlussrechnung
Es stehen die Menschen auf Straßen und Gassen,
sie toben - verführt von Tyrannen zum Hassen.
Sie wurden in Kindheit schon indoktriniert,
von geifernden Alten zum Morden verführt.
Woher dieser Hass, woher dieses Wüten,
woher dieses Wachsen der zornigen Blüten?
Gewachsen aus Erde, getränkt mit dem Blut,
das Prediger fordern als Gottestribut.
Sie legen den Glauben für ihren Zweck aus
und Massen, die klatschen begeistert Applaus.
Sie preisen den Glauben aus uralter Zeit,
versprechen den Himmel bei Tod und durch Leid.
Die Führer, die drehen das Wort Gottes um
und halten das Volk in Wahrheit für dumm.
Sie drücken den Kriegern das Schwert in die Hand
zu kämpfen für Ehre, für Gott und das Land.
Doch selbst sind sie nicht zu sterben bereit,
betrachten sich selber als göttlich geweiht.
Sie opfern die Kinder, von ihnen verführt,
weil sie deren Schicksal mitnichten berührt.
Durch Raum und durch Zeit wird in dieser Welt
nie das wichtig sein, was eigentlich zählt.
Die Liebe, der Frieden, das Gute auf Erden,
wird immer als Schwäche bewertet werden.
Gott sieht voller Trauer den Wahnsinn der Kriege,
es gab und es gibt durch Gewalt niemals Siege.
Der Mensch wird immer vom Bösen verblendet,
doch dann kommt der eine, der dieses beendet.
Der predigte Liebe und Frieden auf Erden,
die Worte, sie werden dann Wirklichkeit werden.
Er heißt Jesus Christus und ist Gottes Sohn
und zahlt den Gerechten versprochenen Lohn.
Dann kommt der Erlöser und wird Böse richten
und alle Verführer für immer vernichten.
Das wird für Despoten der Untergang werden,
denn Gott allein ist Herrscher auf Erden!
Auferstehung faschistischer
Deutschtümelei
Es nagt ein kleiner brauner Wurm,
soziale Neider laufen Sturm.
Er fördert Hass und Ungeduld
und gibt den Fremden alle Schuld.
Es nagt ein kleiner brauner Wurm,
im Keller, unterm Wohlstandsturm,
legt seine Brut in Giftmischtöpfe,
verseucht indoktrinierte Köpfe.
Es wächst ein kleiner blauer Zwerg,
macht sich erneut ans böse Werk
und steigt, wie Phönix aus der Asche,
hat nur Rassismus in der Tasche.
Es wächst ein kleiner blauer Zwerg,
beim Aufstieg auf den Wahlkampfberg
und wieder setzt die böse Brut,
auf Hass, Gewalt und deutsches Blut.
Es droht ein neues braunes Reich,
dem jener Katastrophe gleich,
die diese Welt ins Unheil stieß
und Leid und Trümmer hinterließ.
Es droht ein neues braunes Reich
und protestieren wir nicht gleich,
dann fällt das wunderschöne Land
erneut den Hetzern in die Hand.
Es stinkt ein neuer brauner Sumpf
und die Verführer trommeln dumpf.
Nur tragen sie jetzt blaue Farben,
auf Braun zur Täuschung aufgetragen.
Der Wolf im Schafspelz steht bereit,
erneut zu bringen Hass und Leid.
Wer aufrecht ist, der tritt entgegen,
den Zündlern, die das Feuer legen!
Was andere meinen, auch zu meinen, ist nicht schwer. Nur immer als die anderen meinen, auch nicht sehr. Weißt du aus eigener Kraft, mit mutig stillem Wagen, dort ja, hier ehrlich nein zu sagen, gleich ob dich alle loben oder keiner, dann bist du einer. -Inschrift am Rathaus von Ingolstadt-
MAGA (Make Adonai Great Again)
Ein Mensch, der sucht nach Anerkennung
und unter seines Namens Nennung,
wird mancher Quatsch von ihm zitiert,
was schnell für ihn zum Hochmut führt.
Mit jedem Auftritt im TV,
erzeugt er einen Quotenstau.
In Social Media gut vernetzt,
nennt er sich Gottes Fügung jetzt.
Er nutzt das aus in vollen Zügen,
scheut sich nicht vor Betrug und Lügen,
hängt seine Fahne in den Wind,
für die, die seiner Meinung sind.
Tagtäglich wächst die hohe Zahl
der Follower auf dem Kanal,
auf dem er Unsinn gern verbreitet
und seinen Aufstieg vorbereitet.
Die, die nur seiner Meinung sind,
die folgen ihm verblendet, blind,
ob er auch strauchelt oder fällt,
von irgendwo kommt neues Geld.
Er schafft es, wieder aufzustehen
und weiter seinen Weg zu gehen.
Er stellt sich gern als Führer da,
als göttlich eingesetzt sogar.
Hat es am Ende weit gebracht,
zum Herrscher einer großen Macht.
Selbst Christen folgten ihm, wie Schafe,
dem Wolf mit seiner falschen Harfe.
Ob intellektuell, ob dumm,
er wickelt sie um Finger rum,
stürzt fast die ganze Welt in Not,
denn MAGA ist sein Grundgebot.
Nun denn, auch er wird einmal gehen,
dann wird die Welt sich weiterdrehen,
der Nächste ist nicht weit entfernt,
von dem die Welt dann auch nichts lernt.
Aus Fehlern der Vergangenheit,
aus Dummheit jeder dunklen Zeit.
Aus Machtgier, Hass und Herdentrieb,
von jedem, der nur sich hat lieb.
Nur einem folgt man selten gern,
dem Retter, Jesus, unserem Herrn.
Der Einzige, der uns kann geben,
den Weg, die Wahrheit und das Leben.
Wer den Wunsch hat Gott zu sehen, der hat genug Licht dafür, und wer den gegenteiligen Wunsch hat, hat genug Dunkelheit dafür.
- Blaise Pascal -
Unverbindlich im Digi-Tal
Ein Schmerz, der muss behandelt werden,
will er nicht selber weichen.
Da wird die gute Pferdecreme
in manchem Fall nicht reichen.
Ein Mensch nimmt sich ein Telefon
den Facharzt anzurufen,
nach einer halben Stunde kaum,
durchblickt er Nummernstufen.
Durch Drücken von ganz vielen Zahlen
hat er sein Ziel erreicht,
doch schwerer wird nun das Gespräch,
anstatt von nun an leicht.
Er hat zwar jemand gegenüber,
versucht nun fortzufahren,
da hackt die Leitung plötzlich los,
wie einst vor hundert Jahren.
Die Worte, die er hören kann,
erscheinen rätselhaft,
er will die Silben schnell sortieren,
doch hat es nicht geschafft.
Er hört nur Gurgeln, Glucksen, Hicksen,
und manchmal alles weg,
die halben Sätze schwinden oft
verstummend ins Versteck.
Auch zwischendurch tritt Stille ein,
dann brüllen Zwei: „Hallo?“
Sind plötzlich wieder beide da,
sind sie ganz kurz nur froh.
Dann knackt es weiter Blix und Krkk
und br und gen und anden,
der Mensch hört ganz verzweifelt zu,
er hat kein Wort verstanden.
Die Zornesader schwillt ihm an,
ganz langsam kocht sein Blut.
Da bricht das Funknetz völlig weg,
er hört nur tuut, tuut, tuut.
Der Mensch, der ein Gespräch versuchte,
schaut stumm sein Display an.
Weil er „zurück ins Mittelalter“
erst gar nicht glauben kann.
G vier, G fünf, G sechs, G sieben,
so sieht die Zukunft aus,
liest er auf einem Werbeflyer,
die Zukunft scheint voll Graus.
Was waren das für schöne Zeiten,
wo man in Muscheln sprach,
wenn auch durch Kabel eingeschränkt …
er weint dem Festnetz nach.
Sollte es doch eine gute alte Zeit gegeben haben?
- Isnah Eggiw -
Ruf mal an (1975)
Ein Traum, der hat mich sehr berührt,
in alte Zeit zurückgeführt.
Ich stand in einem kleinen Haus,
das sah von außen goldgelb aus.
Es roch, als hätte dort entlassen,
ein Mensch der Blase Wassermassen,
gemischt mit Düften vieler Arten,
von Weizenkorn bis Rinderbraten.
Mein Ziel war, jemand kontaktieren,
um mit ihm ein Gespräch zu führen.
Mit jenem Telefon vor Ort,
in jenem gelben Häuschen dort.
Die Scheiben waren total dreckig,
das Telefonbuch alt und fleckig,
und leider fehlten grad die Seiten
um mich zum Partner hinzuleiten.
Das Kabel war schon arg verschlissen,
Bedienungshinweis abgerissen
und angekokelt gar die Scheiben,
durch Kippen daran auszureiben.
Zum Glück fiel mir die Nummer ein,
es zog und Regen tropfte rein.
Das Kleingeld sauste in die Ritze,
erzeugte panisches Geschwitze.
Denn wenn nicht war genug vorhanden,
dann würde das Gespräch versanden.
So sprach man schnell und nicht sehr lange,
mit Blick schon auf die Warteschlange.
Die ersten klopften an die Scheibe
und rückten schimpfend schon zu Leibe …
da bin ich panisch aufgewacht,
sah Smartphone leuchten in der Nacht.
Das Smartphone ist ein Fluch und Segen,
begleitet uns auf allen Wegen.
Doch manchmal wünschte ich zurück,
das kleine gelbe Zellenglück.
Ist es so?
6.30 Uhr ab zum Duschen, 8.00 Uhr schnell zum Frühstück huschen, 7.00 Uhr doch nicht vergessen, die Tabletten vor dem Essen, 9.00 Uhr Stuhlkreis mit der Zeitung, 10.00 Uhr Mittagsvorbereitung, 11.00 Uhr kurz einmal verschnaufen, 12.00 Uhr dann zum Essen laufen, 13.00 Uhr man legt sich hin, 14.00 Uhr nimmt Medizin, 15.00 Uhr zum Kuchen essen, die Tabletten nicht vergessen, 16.00 Uhr die Raterunde, 17.00 Uhr Gymnastikstunde, 18.00 Uhr zum Abendessen, die Tabletten nicht vergessen, 19.00 Uhr fürs Bett gepflegt und danach hineingelegt, 20.00 Uhr Tabletten nehmen, um sich Nachts nicht nur zu grämen.
Das war der Tag, die Augen zu,
ein Senior gibt für heute Ruh`.
Wer aus dem Fluss trinkt, sollte die Quelle ehren.
- Chinesisches Sprichwort -
Könnte es so?
Will meine Möbel um mich haben.
Will bunte Wände mit viel Farben.
Will essen, wenn es mir grad passt.
Will manchmal Tun und manchmal Rast.
Will meinen Hund bei mir behalten.
Will meine Freizeit mitgestalten.
Will meine Tür abschließen können.
Will Differenzen klar benennen.
Will nicht als Kind behandelt werden.
Will wertgeschätzt noch sein auf Erden.
Will Musik hören, die mir passt.
Will schöne Plätze für die Rast.
Will selber meine Heizung regeln.
Will oft gedankenfrei noch segeln.
Will die Klamotten selbst aussuchen.
Will, wenn mir danach ist, laut fluchen.
Will nicht ein Bild nach Zahlen malen.
Will nicht für Fremdbestimmung zahlen.
Will noch als Mensch betrachtet werden,
bei meiner letzten Zeit auf Erden.
Da spricht Gesellschaft ohne Pläne:
„Hör endlich auf mit dem Gestöhne,
du alter Narr, sei endlich still,
vergiss den Satz: „Wie ich es will!“
Im Ofen Marke „Keine Zeit“,
verbrennen Einsamkeit und Leid.
Den Pflegenden, die sich bemühen,
geschieht es, dass sie mit verglühen.
Der Mitarbeiter zahlt den Preis,
und irgendwann, dann geht er leis …
Denn er brennt aus, er resigniert,
was viele in die Ohnmacht führt.
Es fehlt das Geld, das Personal,
so wird aus Menschen eine Zahl.
Die Helfer schaffen´s nicht allein,
es müssten doppelt so viel sein.
Ein alter Mensch wünscht sich indessen,
mehr als nur sicher, sauber, Essen.
Mach dich nicht über deine Mutter lustig, wenn du ihr den PC erklären musst. Sie hat dir beigebracht mit dem Löffel zu Essen.
- Arno Backhaus -
Überdosis
Ein alter Mensch, der war fast taub
und auch die Sehkraft wurde Raub.
Er schaffte nicht mehr sich zu bücken
und sein Gedächtnis hatte Lücken.
Man musste langsam mit ihm machen,
ganz oft verstand er nicht die Sachen,
die früher selbstverständlich waren,
doch Rätsel wurden in den Jahren.
Sein Blutdruck stieg in neue Höhen,
der Zuckerwert schien abzugehen,
Arthrose sandte ihm viel Schmerz
und aus dem Rhythmus kam sein Herz.
Die Adern sollte er entfetten,
fürs Schlafen nehmen Schlaftabletten
und gegen Altersdepression
des morgens schlucken Tropfen schon.
Die Nieren- und die Leberwerte,
die folgten einer falschen Fährte,
sie wurden sorgsam eingestellt,
dank Medizin und Kassengeld.
Auch die Verdauung und der Magen,
die streikten an so manchen Tagen,
da hieß es Mittel einzunehmen,
um Ein- und Ausgang zu entlähmen.
Der alte Mensch, der musste wandern,
von einem Facharzt zu dem andern.
Ein jeder schrieb ihm Neues auf,
so nahm Zuviel und Falsch den Lauf.
Der Arzt, zudem zuletzt er kam,
der nahm sich dieser Vielfalt an,
doch sagte sich: „Ich kann nur lindern,
doch Tod und Krankheit nicht verhindern.“
Verglich die viele Medizin
und gab sich dann der Wahrheit hin:
Wir brauchten viel mehr Geriater
für Urgroßmutter, Urgroßvater.
Für alle alten, kranken Leute,
die werden sonst der Masse Beute.
Zuviel wie Falsch bedarf Kontrolle,
wer dieses denn wohl leisten solle?
Ein Hausarzt kann das niemals leisten,
so geht es wohl den Allermeisten,
denn was soll er als einer machen
um zu behandeln 15 Sachen?
Alt werden ist wie mehr und mehr für ein Verbrechen bestraft werden, das man nicht begangen hat.
- Anthony Powell -
Wasser zu Wein
Jesus:
Ein Paar, das wollte Hochzeit machen
und wünschte sich, statt vieler Sachen,
ein großes Fest, mit ganz viel Wein,
lud Freunde und Verwandte ein.
Bei dieser Feier dort zu Haus,
ging rasend schnell der Wein dann aus.
Doch Jesus hat ganz rasch gehandelt
und Wasser flugs in Wein verwandelt.
„Warum“, so sprach der Festwirt dann,
„fangt ihr erst jetzt mit Gutem an?
Den Gästen gibt man spät in Nächten,
doch eher etwas von dem Schlechten?“
Es ist wichtiger, dass Jesus Christus seinen Fuß auf die Welt setzte, als der Mensch seinen Fuß auf den Mond.
- James Benson Irwin -
Menschen:
Ein Paar, das wollte Hochzeit machen
und wünschte sich, statt vieler Sachen,
ein großes Fest, mit ganz viel Wein,
lud Freunde und Verwandte ein.
Ein jeder, den sie luden ein,
der sollte edler Spender sein,
ein Fläschchen Wein als Gabe geben,
um fröhlich Gläser anzuheben.
Den sollten sie in Fässer gießen,
um ihn gemeinsam zu genießen.
Die Kellner aber stellten fest,
es gab nur Wasser zu dem Fest.
Denn jeder Gast hat sich gedacht,
dass es den Unterschied nicht macht,
wenn bei den vielen Flaschen Wein,
in seiner wird nur Wasser sein.
(nach einer chinesischen Parabel).
Brotlos
Ein Mensch, der hat in dunklen Stunden,
ein Saatkorn auf dem Weg gefunden.
Er hob es auf beim Weitergehen,
um tief es in sein Herz zu säen.
Dort fiel der Regen auf die Saat,
hat sich mit Sonnenschein gepaart.
Ein Pflänzchen wurde neugeboren,
anscheinend einsam und verloren.
Sah auch das Saatkorn nie die Ähre –
vertrauend, dass es sich vermehre,
wuchs aus dem kleinen Korn, dem einen,
die Ähre an den Herzensrainen.
Die hinterließ ganz viele Ähren,
die niemals aufgegangen wären,
bei Menschen, die nicht mehr vertrauen
und nicht auf Unsichtbares bauen.
So wogte bald ein Ährenfeld,
als Reichtum für die ganze Welt.
Aus dunklen Stunden, leidgequält,
hat reiche Ernte sich geschält.
Ein Saatkorn, unscheinbar und klein,
zu pflanzen kann ganz wichtig sein,
sonst bleibt dem Saatkorn nur der Tod,
die Welt bleibt ohne Hoffnungsbrot …
Wenn sich dereinst des Lebens Rätsel lösen, wirst staunend du ersehn, geschärften Blicks, wie manches Glück nur Leid gewesen und manches Leid die Quelle reinsten Glücks.
- Ottokar Kernstock -
Kleingedrucktes
Ein Mensch, der wurde ernsthaft krank,
das erste Mal in Jahren lang.
Im Blut begannen anzudocken,
ein Heer von bösen Streptokokken.
Es führte in die Unheilstunde
Entzündung einer kleinen Wunde,
am Rand der Dusche zugezogen,
die Wunde klein, doch große Wogen.
Der Mensch hat jene kaum beachtet,
sie einfach als Fauxpas betrachtet,
die kleine Wunde ignoriert,
sich selbst ins Krankenbett geführt.
Das Fieber stieg, der Fuß, er glühte,
trotzdem man sich mit Wickeln mühte.
Im Krankenhaus dann angekommen,
hat eine Odyssee begonnen.
Für lange Zeit war er nun krank,
im Hospital zwölf Wochen lang.
Die Schäden, die dann übrigblieben,
begannen ihn erst zu betrüben.
Den Schaden etwas abzumildern,
begann der Mensch den Fall zu schildern,
dem Unternehmen, „immer da“,
wie die Versicherung sich sah.
So hoffte er, der Aufenthalt,
im Krankenhaus sei mitbezahlt,
durch Tagegeld, nicht viel doch gut,
sinnierte er mit frohem Mut.
Ein Fragebogen kam nach Haus,
den Menschen traf der kalte Graus,
als er die vielen Fragen las,
und glaubte erst, das sei nur Spaß.
War Vollmond am besagten Tag?
War Nebel in der Dusche stark?
War´s in der Frühe oder spät?
Beschreiben sie das Duschgerät!
Hat gar das Telefon geschellt?
Hat plötzlich laut der Hund gebellt?
Wie lang und scharf war wohl die Kante,
an der ihr Fuß ins Unglück rannte?
Hat sie ihr Horoskop gewarnt?
Hat Bauchgefühl es schon geahnt?
Sind schwarze Katzen, gar ein Haufen,
vor ihrem Auto hergelaufen?
Warn sie beim Arzt, den Fuß zu nähen?
War humpeln nötig, statt zu gehen?
War jener Tag ein Sonntag wohl?
War Einfluss da von Alkohol?
Der Mensch, der schrieb und schrieb und schrieb,
weil ihm nichts anderes übrigblieb.
Nach Wochen kam dann der Bescheid,
es täte allen furchtbar leid.
Das dem, der nicht zu Ärzten geht,
Regress nicht zur Verfügung steht.
In Absatz fünf Artikel sieben,
da stände klipp und klar geschrieben:
Wer nicht zum Arzt geht mit der Wunde,
dem droht die wahrlich schlechte Kunde,
dass ihm für seinen Aufenthalt,
das Unternehmen gar nichts zahlt.
Der Mensch bekäme keinen Cent,
erläuterte man ihm dezent.
Er dachte nur, es ist nicht wahr,
„wir sind gern immer für sie da!“
Er hat den Regeln sich geduckt,
sie sind halt meistens kleingedruckt.
Ganz ohne jede große Wut,
hat er gedacht: „Dann ist es gut!“
Sich in Erkenntnis still ergeben,
so läuft es manchmal halt im Leben.
Der Mensch, der sah es seufzend ein:
So manches Große schreibt man klein.
Die Freude an den Dingen, die wir haben, möge nicht getötet werden durch die Sehnsucht nach Dingen, die wir nicht haben.
- Jim Elliot -
Friedhofsspaziergang
Ein Engel, mit der Faust am Kinn,
ein Spruch, voll Trauer, tiefem Sinn.
Ein Windrad auf dem Kindergrab,
ein Bild des Menschen, der verstarb.
Die Daten einer Lebensspanne,
die kleine, grüne Wasserkanne,
die glatt geharkten Bodenwellen,
der Rechen hinter Denkmalstellen.
Das Kreuz, der Buddha, Menschenhoffen,
die Grube, frisch gegraben, offen …
Die Kranzbeschriftung voller Schmerz,
die Liebeszeichen, Herz an Herz.
Die Stille zwischen tausend Seelen,
Zitate, die vom Mensch erzählen,
die Vögel, die laut Lieder singen
und Frohsinn über Gräbern bringen.
Die künstlerischen Steinfiguren,
die eingefrästen Lebensuhren,
die Zeichen, was im Leben galt,
die Bibelsprüche voller Halt.
Die Worte, die um Hobbies kreisen,
der Zielwunsch vieler letzter Reisen,
das Lustige der Charaktere,
das Mahnmal zur Soldatenehre.
Das Grab mit einem schönen Spruch,
die Lüge, der Vertrauensbruch,
die Worte „du wirst nie vergessen“,
das Unkraut, das dem höhnt indessen.
Der Ort, der viel erzählt vom Leben,
von denen, die es hingegeben,
der Ort, zu dem ein jeder geht,
der eine früh, der andere spät.
Der Ort, der Viele lässt verkünden,
die Hoffnung, wo nach Tod sie münden,
der Ort, für manchen ohne Sinn,
der sprach: „Ich geh ins Nichts dahin.“
Der Ort, wo Frieden den ergreift,
der durch den Tod ins Leben reift,
den Kluge sich zum Motto machten,
den Weg vom Ende zu betrachten.
Ein Ort, der sagt: „Steh einmal still,
weil ich dir etwas sagen will.
Die Zeit bringt alles, Glück und Not,
Pokale, Ehre, Reichtum … Tod.“
Siehe, ich mache alles alt, sagt die Zeit.
Siehe, ich mache alles anders, sagt die Jugend.
Siehe, ich mache alles verkehrt, klagt oft das Herz.
Siehe, ich mache alles stumm, sagt der Tod.
Aber Jesus sagt uns:
„Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5).
-Axel Kühner-
Herr T. räumt auf
Herr T., das war ein Selbstdarsteller,
er kreiste nur um seinen Teller.
Wie viele Herrscher dieser Welt,
als wahren Gott betrachtend Geld.
Er konnte wissen, wusste wohl,
die Welt, die ist von Pol zu Pol,
in vielen Dingen ungerecht,
das war aus seiner Sicht nicht schlecht.
Herr T., der fand es übertrieben,
den Nächsten, wie sich selbst zu lieben,
dass Gott ihm das Gebot auftrug:
Gib ab, was mehr ist als genug!
So ist er an die Macht gekommen,
hat gleich als erstes weggenommen,
die Krümel, die sein Land verschenkte,
was Hilfe zu den Ärmsten lenkte.
Das Teilen und die vielen Spenden,
das muss man irgendwann beenden,
da bleibt am Ende nichts für mich,
zog er brutal den letzten Strich.
Nun sterben jeden Tag, der geht,
die nicht mehr haben USAID.
T. hat sein Land neu eingenordet
und Kinder indirekt ermordet.
Und trotzdem folgen ihm gar Christen,
die eigentlich es wissen müssten:
Ihr Jesus tritt für Arme ein
und nicht für Herrscher, hart wie Stein.
Wir sprechen gern von wilden Tieren. Doch der Mensch ist das wilde Tier. Der Mensch ist derjenige, der ausgebrochen ist. Alle anderen Tiere sind gezähmte Tiere, die den strengen Verhaltensmustern ihrer Art und Gattung folgen.
- Lord Chesterton -
Neidleid
Ein Mensch, der ging gern meilenweit,
doch dann ergriff ihn plötzlich Neid,
auf jemand, der mit Fahrrad fuhr,
so ist die menschliche Natur.
Der Mensch, der sparte lange hin,
mit einem Fahrrad nun im Sinn.
Als er es dann sein Eigen nannte,
kam, was den Neid erneut entflammte.
Der Nachbar fuhr auf einmal vor,
auf einem Fahrrad mit Motor.
Der Mensch dem dieses auch gefiel,
nahm sich ein Moped nun zum Ziel.
Als er es dann erworben hat,
fand Nachbars nächstes Upgrade statt.
Statt Mofa fuhr er Auto nun,
das ließ den Menschen nicht mehr ruh´n.
Der Mensch, vom tiefen Neid beklommen,
hat flugs ein Darlehn aufgenommen.
Für ein Vehikel, riesengroß,
doch wurde er dann arbeitslos.
Das hat den Wettlauf schnell beendet,
das Auto wurde bald gepfändet.
Der Mensch, statt Aufstieg zu Mercedes,
ging ab sofort erneut per Pedes.
Nichts, was der Nächste hat, begehren,
den Schuh als Reichtum schon verehren,
ist die Moral von der Geschichte …
denn Neid macht Leben oft zunichte.
Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer viel braucht.
- Peter Rosegger -
Sternschützer
Ich möchte erleben
noch oft in den Zeiten,
wie Sommer und Winter
mir Freude bereiten.
Wie Frühling und Herbst
die Natur dann verändern,
bei Flora und Fauna,
auf Feldern, an Rändern.
Ein Sprießen und Blühen,
Vergehen und Sterben,
gestorben, vergraben,
im Boden schon Erben.
Ich möchte erleben,
wie Schneeflocken necken
und ihrem Geschmack
auf der Zunge nachschmecken.
Ich möchte im Frühling
das Wachsen bestaunen
und wie erste Blätter
im Frühlingswind raunen.
Ich möchte im Sommer
die Wärme genießen
und wie sanfte Strahlen
die Haut mild begießen.
Wir müssen ihn schonen
den Heimatort Erde
damit er für Kinder
zur Heimat auch werde.
Sind wir fortgegangen
zu Gott unserem Herrn,
wird er uns sonst fragen:
„Wie geht´s meinem Stern?“
Gottes Fingerabdrücke lassen sich überall erkennen; aber es braucht das Vergrößerungsglas des Glaubens.
- Josef Imbach -
Späte Einsicht
Ein Mensch, der in die Tiefe fiel,
ganz selbstverschuldet, ohne Ziel,
der ist recht heftig aufgeschlagen,
das hat er nicht sehr gut vertragen.
Ein Mensch, der aufstieg in die Höhe,
stieg weiter bis in Sonnennähe,
das war für ihn auch nicht verträglich,
denn jener Mensch verglühte kläglich.
Ob der da unten, der da oben,
ob tiefgesunken, hocherhoben,
ein Mensch braucht fast sein ganzes Leben,
um jenem einen Sinn zu geben.
Doch letztlich Weisheit auf der Spur,
agiert er in der Mitte nur.
Stets oben, unten gut im Blick,
erkennt er, das ist Lebensglück.
Lebt in der letzten Zeit geborgen,
frei von den vielen Menschensorgen.
Er fand zu Jesus, fand das Leben,
das ihm Gewissheit hat gegeben:
Nach meinem Tod ist es nicht aus,
ich wechsele in Gottes Haus.
Dort werde ich dann ewig leben,
das kann nur Jesus Menschen geben.
Beim letzten Sandkorn aus der Uhr,
sieht er verharrender Natur,
da ist ein Mensch, der will noch kommen
und wird dann von ihm angenommen.
Das Leben als Christ ist kein 100-Meter-Sprint. Es ist ein Marathon. Es ist ein Langstreckenlauf.
- Steve Farrer -
Aus für Nikolaus
Der Nikolaus hat ausgedient,
in Kitas und in Schulen.
Weil es den Christen nicht geziemt
für diesen Mann zu buhlen.
St. Martins Lichterglanz entfällt,
er soll nicht länger bleiben.
Statt Martinsumzug soll die Welt
vom Sonne-Mondfest schreiben.
Wo früher Menschen Bibel lasen,
um Jesus laut zu preisen,
liest heute man vom Osterhasen,
um auf Konsum zu weisen.
Der Tannenbaum, bezeichnend grün,
wird nicht mehr lange stehen,
die Umwelt geht sonst schnell dahin,
so kann´s nicht weitergehen.
Der „Wintermarkt“ kommt nun zum Fest,
der „Weihnachtsmarkt“ fällt aus.
Dem Namen gibt man rasch den Rest,
sonst schimpft das Wokeness Haus.
Das „Osterfest“ tritt auf den Plan,
kann sich auch nicht mehr wehren,
zum „Frühlingsfest“ ließ Wortewahn
den Anlass nun bekehren.
Nein, das hier ist kein Hetzgedicht,
wie manche jetzt wohl denken.
Ich möchte mein Erkenntnislicht
nur auf den Unsinn lenken.
Die Kinder lieben Nikolaus
und den St. Martin auch.
Doch macht man ihm nun den Garaus,
dem alten Christenbrauch.
Es ist wohl so, man mag es nicht,
wenn Christen auch mal mucken.
Sie sollen sich der neuen Zeit
mit Freuden unterducken.
Nun drehe ich den Spieß mal um
um kulturell zu fragen:
Wie Menschen jenes Altbrauchtum
sich anzueignen wagen?
Wir leben unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
- Konrad Adenauer -
Wortfindungsverspätung
Ein Mensch, den böse Worte trafen,
der fuhr sein Kriegsschiff aus dem Hafen,
um sich mit aller Kraft zu wehren
und den Verleugner zu belehren.
Beim Gang zu jenem Zeitgenossen,
hat er schon wortgewandt beschlossen,
Tiraden voller Rachesinn,
zu richten diesen Fiesling hin.
Dem würde er die Meinung geigen,
voll Zorn des Frosches Locken zeigen,
hat kunstvoll Lettern fein gedrechselt,
im Sinn mit dem Kretin gewechselt.
Er übte virtuelle Sätze,
mit denen er den Typ verletze,
fand viele feingeschliffene Worte
der Wiederehrherstellungssorte.
Dann stand er jenem gegenüber,
da war die Schlagkraft jäh hinüber.
Die Sätze, clever ausgedacht,
die hatten sich davongemacht.
Sie fielen ihm auch nicht mehr ein,
so blieb sein Plädoyer nur klein.
Als er sich auf den Heimweg machte,
geschah, dass Wortschatz flugs erwachte.
Noch besser, treffend, voller Sinn …,
doch seine Chance war dahin.
Was nützen Pfeile hier auf Erden,
wenn man nicht schafft, sie loszuwerden?
Wie oft ist es im Menschenleben,
man möchte gern Paroli geben,
doch tauchen Worte, bärenstark,
zu spät erst auf - am nächsten Tag.
Lebe so, dass niemand es glaubt, wenn man schlecht über dich redet.
- Verfasser unbekannt -
Rindvieh
Ein Mensch, der stand vor einer Wiese,
ein Rindvieh stumm betrachtend,
und ob des Menschen Dominanz,
das Rindvieh tief verachtend.
Ein Zweiter stand bald ebenso
nur etwas später dort,
doch was er dachte an dem Zaun
war Weisheit wahrer Hort.
Was gibt der Mensch im Leben schon
von sich persönlich her?
Das fragte sich der zweite Mensch
und Recht hat er wohl sehr.
Das Rindvieh gibt im Leben Milch,
hält kurz die grüne Wiese
und ist verglichen mit den Menschen
auch nach dem Tod ein Riese.
Das Horn, das Fell, das Fleisch und mehr
hat nach dem Tod noch Nutzen,
da muss der Mensch den Hochmut sich
wohl von der Backe putzen.
Und selbst das Schimpfen: „Rindvieh du,“
das muss man anerkennen,
erfüllt für Menschen noch den Zweck,
die Gegner so zu nennen.
Der zweite Mensch dort still am Zaun,
der sich Gedanken machte,
der war erstaunt, wie Weisheit ihm,
Hochachtung nahebrachte.
Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern, wie wir sind.
- Talmud -
Vor Gericht
Alle ihr Menschenverächter,
ihr feigen, bestialischen Schlächter.
Schöpfer von Hass und von Tod,
Bringer von Leid und von Not.
Irgendwann werdet ihr gehen
und vor dem Richter einst stehen.
Dem, der den Menschen ist gut.
Er sieht eure Hände voll Blut.
Er sieht eure furchtbaren Taten.
Er sieht die Zerstörung von Staaten.
Dann, ihr grausamen Leute,
werdet ihr selber zur Beute.
Dem, der euch lächelnd verführte,
die Seelen mit Bosheit berührte.
Der euch zu Werkzeugen machte,
geheim über euch hämisch lachte.
Denn, wo die Ewigkeit wartet,
die nach Gericht für euch startet,
glaubt nur, da will niemand hin,
es ist wahren Grauens Beginn.
Das hört für euch niemals auf,
ein furchtbar unendlicher Lauf,
nur Kälte, nur Hass, nur Gewalt,
ein Leiden, das niemals macht Halt.
Vergangen wie Blumen im Hain,
so werdet ihr auch bald schon sein.
Nur Staub, Tod und Leid hinterlassend,
ein Nebel … in Ferne verblassend.
Diejenigen, die es nicht schaffen aus der Geschichte zu lernen, sind dazu verurteilt, sie zu wiederholen.
- Winston Churchill -
Wer anderen eine Grube gräbt …
Ein Mensch, der gab auf einem Fest
mit Bier und Korn sich rasch den Rest.
Danach ergriff ihn Übermut –
wir wissen, das ist selten gut.
Auf seinem langen Weg nach Haus
riss Leuchtpfahl er für Leuchtpfahl aus.
Er fühlte sich als starker Held,
vergeudend Bürgers Steuergeld.
Am nächsten Tag, bei tiefster Nacht,
hat ihn das beinah umgebracht.
Mit seinem Fahrrad auf der Strecke,
verpasste er die Abbiegecke.
Dort wies, bis gestern, voller Sinn,
ein Leuchtpfahl, reflektierend, hin,
dem jener Mensch den Hinweis nahm,
darauf, dass eine Ausfahrt kam.
Der Radler bog zu spät nun ab
und schuf sich fast sein eigenes Grab.
Zum Glück brach er sich nur die Hand,
als er sich dann im Graben fand.
Der Grund, dass nun der Schmerz ihn quälte,
war, dass der Leuchtpfahlhinweis fehlte.
Die Tat von gestern, weil besoffen,
hat so den Täter selbst getroffen.
Denn es ist ein ganz schmaler Grad
von Spaß zu Unsinn jener Art,
den dieser Mensch im Suff beging,
doch lernte er durch diesen Wink:
Wer anderen die Grube gräbt
und selbst des Unfugs Leid erlebt,
kommt manchmal mit ganz lautem Knall
durch seine Untat selbst zu Fall.
Ein mancher spürt auf diese Weise,
die Folgen … und er schämt sich leise.
Viele Gedenkminuten hätten durch Denkminuten verhindert werden können.
- Arno Backhaus -
Sommergewitter
Ein Säuseln, dann zartes Verstummen,
in Ferne ein Rumpeln und Grummeln.
Noch eben die Sonne aus Gold,
nun tiefschwarzer Himmel, der grollt.
Die Lieder der Vögel beendet,
ein Schauspiel, das Demut uns sendet.
Ein zackiger Gruß aus der Ferne,
am Mittag geht an die Laterne.
Die Luft, ein bleischweres Drücken,
ein Sturmwind rast heulend durch Lücken.
Die Vorhut, sie plustert die Backen,
beginnt, was nicht feststeht, zu packen.
Es nieselt, es fieselt, es tropft,
es prasselt, der Gully verstopft.
Ein See, wo sonst nur eine Straße,
der Himmel in Blitzesekstase.
Ein Krach, wie tausend Orchester,
was ist schon dagegen Silvester?
Die Luft mit Frische gereinigt,
die Felder von Hagel gesteinigt.
Der Abklang ein Schall von Protesten,
ein grummelndes Senden von Resten.
Die Luft, wie ein Sauerstoffbrunnen,
die Flora füllt darbende Lungen.
Die Welt fühlt sich wie neugeboren,
ein Fest für die Augen, die Ohren.
Ein Mensch, der sieht weisheitsvoll ein,
wie ist er doch hilflos und klein.
Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.
- Arthur Schopenhauer -
Fatale Evolution
Einst herrschte Frieden auf der Erde.
Man hoffte, dass er bleiben werde.
Doch als der Mensch begann zu horten,
wuchs Gier und Neid an vielen Orten.
Und irgendwann, man glaubt es kaum,
empfand ein Mensch: „Mir fehlt ein Zaun!“
Der Nachbar nebenan, der sprach:
„Das brauch ich auch, das bau ich nach!“
Der Gegenüber wurde sauer,
beschloss, er baue eine Mauer,
und auch daneben, um die Ecke,
da pflanzte jemand eine Hecke.
Der Erste fand den Zaun zu fad,
zog obendrüber Stacheldraht.
Der Nachbar, der erstaunt das sah,
versah den Zaun mit Kamera.
Auch jener, der die Mauer baute,
weil es ihn vor den Nachbarn graute,
hat Minen in dem Sand vergraben,
um Sicherheit für sich zu haben.
Der Heckenpflanzer hat indessen,
sein Grundstück sorgsam ausgemessen
und Selbstschusswaffen installiert,
die töten, wenn man sie berührt.
Nun sitzt ein jeder in der Falle,
allein und einsam sind jetzt alle.
Das gottgemachte Paradies,
verkam für Menschen zum Verlies.
Was einst begann an jenem Ort,
das setzte auf der Welt sich fort.
Die Menschen haben nichts gelernt,
die Liebe aus der Zeit entfernt.
So ist das Ganze eskaliert,
hat zu Gewalt und Tod geführt.
Die Menschheit führte immer Kriege,
nicht eine Bombe brachte Siege.
Herrscher der Neuzeit
Sie sind die Herrscher dieser Welt
in der oft Schein und Täuschung zählt.
Sie treiben Nutzer in den Tod,
bewirken oftmals Leid und Not.
Ein Werkzeug geben sie zur Hand,
für den, der sich nie selber fand.
Sie locken Menschen durch das Streben
nach einem fremdgeführten Leben.
Die Makel, Schwächen, gibt es nicht,
erkennt man dort im Displaylicht.
Du kannst dich schönen und verändern
zum Mittelpunkt, weg von den Rändern.
Von morgens früh bis in die Nacht,
wird dort ein Leben vorgemacht,
dass nichts mit Leben hat zu tun,
für wahres Leben macht immun.
Es geht um mich, um mich, um mich,
von Essen bis zum Wimpernstrich,
geführt durch tausend Influencer,
von Mut - Beweis bis TikTok - Tänzer.
Die Seelen werden kleingemacht,
die Schwachen werden ausgelacht,
und schon im zarten Grundschulalter
wird „Social Media“ Zeitgestalter.
Den kleinen Menschen spricht das an,
er tut, was dort ein „Vorbild“ kann.
Das Vorbild will von dieser Welt,
nur Anerkennung und ihr Geld.
Sie heißen YouTube und WeChat,
vom Frühstückstisch bis in das Bett.
Sie heißen Snapchat und und und …
der sinnbefreite Zeitenschwund.
Geht man in dieser Zeit durchs Land
hat jeder ein Gerät zur Hand,
das hat die Menschheit über Nacht
zu fremdbestimmten Freaks gemacht.
Es ist wohl nicht mehr aufzuhalten,
das Leben medienzugestalten
und jeden Tag, je mehr, je länger,
wird Smartphonesucht zum Rattenfänger.
Das Böse kommt als Fremder durch die Tür, das nächste Mal als Gast und wird dann zum Hausherrn.
- Augustinus -
Das Ende von Auchbauch
Der Auchbauch ist ein kleiner Mensch,
dem auch sein Bauch gehört.
Doch bleibt er stumm im Mutterbauch,
wenn er dort jemand stört.
In jeder Zelle seines Körpers,
ein unfassbarer Plan.
Gezeugt, perfekt, ein Riesenwunder,
ein Mensch von Anfang an.
Wenn er in Ruhe reift und wächst,
dann wird aus ihm wohl werden,
ein neues wunderbares Kind …
Bereicherung auf Erden.
Der Ort, der Schutz und Wärme dient,
jedoch ist in Gefahr,
die Quote der Beseitigten,
steigt stetig, Jahr für Jahr.
Es wird dem Menschen weisgemacht,
er dürfe selbst entscheiden,
das Leben, das in ihm schon ist,
durch Abbruch zu vermeiden.
Es wird den Menschen weisgemacht,
fast jeder glaubt es auch,
du hast das Recht ihn wegzumachen,
den kleinen Bauch im Bauch.
So sterben sie, die vielen Wunder,
die abgetrieben werden,
kein wunderbares neues Kind …
Bereicherung auf Erden.
Und jubelnd strömen Demonstranten
auf Plätze und durch Gassen,
sie kämpfen für das Recht darauf,
das Töten zuzulassen.
Doch einer nur erkläre mir,
was wäre wohl geworden,
wenn man das Leben wachsen ließ,
anstatt es zu ermorden?
Tausende Befürworter gingen heute in großen Städten auf die Straßen, um für die völlige Legalisierung der Abtreibung zu demonstrieren.
Laut Umfrage sind dreiviertel der deutschen Bevölkerung dafür, die Abtreibung ohne Konsequenzen zu erlauben.
Tagesschau vom 07. Dezember 2024
Wer jemanden mit der Begründung tötet:
„Mein Bauch gehört mir“, der tötet einen wehrlosen Unschuldigen, dessen Bauch ihm gehört.
- Isnah Eggiw -
Ein Embryo entwickelt sich nicht zum Menschen, sondern als Mensch.
- Gerrit Alberts -
Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? Sogar in der Heiligen Schrift steht: „Selbst, wenn die Mutter ihr Kind vergessen könnte, ich vergesse es nicht.“ Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm. Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind. Und das Kind muss sterben, weil sie dieses eine Kind nicht mehr haben wollen - nicht ein Kind mehr - und das Kind muss sterben. Und ich bitte Sie hier im Namen der Kleinen: Rettet das ungeborene Kind, erkennt die Gegenwart Jesu in ihm!
Auszug aus Mutter Teresas Rede zur Verleihung des Friedensnobelpreises am 17. Oktober 1979
Steuererhöhung
Minister Chu aus Waitanlang,
den machten hohe Schulden krank.
Er musste das System erneuern
und dafür dienten ihm die Steuern.
Die Roboter in jedem Haus,
die wählte er als erste aus.
Ob wischen, saugen, Rasen mähen,
da müsste eine Steuer gehen.
Auch Gänge an dem Pedelec,
die kitzelte er aus dem Versteck.
Je höher ihre Anzahl war,
je mehr war so an Steuern da.
Die Bilder an den Zimmerwänden,
die sollten Schulden mitbeenden.
Es wurden Zähler angeheuert,
selbst Kinderbilder hoch besteuert.
Die Klinken an den Zimmertüren,
die sollten zur Erhöhung führen,
der neuen Steuern allerorten,
der extraordinären Sorten.
Chu suchte weiter unterdessen,
ließ Rasenlängen sorgsam messen,
von jedem Grundstück rundherum,
da litten die Besitzer stumm.
Im Haus, die Anzahl aller Fliesen,
die ließen Chus Ideen sprießen.
Nach Farben auch noch unterteilt,
hat Staatsverschuldung er geheilt.
Da hat die Masse protestiert,
das hat zum Rücktritt Chus geführt.
Sein Amt, das wurde neu besetzt,
der Nächste darf versuchen jetzt …
So ist es nun mal auf der Welt,
sie dreht sich um Besitz und Geld.
Doch sollten Menschen nie vergessen,
Besitz und Geld kann niemand essen.
Einer
Es ging ein Mensch, der Friedhof voll,
der Abschied stand bevor.
Ein Trauerbild in Hand gedrückt …
von Helfern dort am Tor.
Die Aura dieses Augenblicks
war förmlich zu ergreifen.
Ein Blumenmeer am Abschiedsort
und letzter Gruß mit Schleifen.
Das Ritual sanft durchgeführt,
der Sarg hinabgesandt,
ein stiller Gruß, ein Blütenwurf
mit ausgestreckter Hand.
Ein kurzer Satz des Geistlichen,
erwähnt noch nebenbei,
ruft Segen auf den Menschen her,
der bald der Nächste sei.
Doch mit den Worten, die er spricht,
fühlt sich gemeint wohl keiner.
Ganz sicher steht jedoch vor Ort
an diesem Tag schon Einer.
Den hat der Tod schon im Visier,
um ihn bald abzuholen.
Ein jeder hofft, er sei es nicht,
wünscht sich das ganz verstohlen.
Vergessen ist der Hinweis bald,
bei Kaffee und bei Kuchen,
weil Menschen lieber lebenslang
nur nach dem Leben suchen.
Ein jeder ist jedoch mal dran,
will das auch hören keiner,
Ein jeder ist dann irgendwann,
ganz unverhofft der Einer.
„Mein Vater begräbt die alle.“
Der sechsjährige Hans – Christian, dessen Vater als Bestatter arbeitete, in einer Kindersendung der 60er Jahre, in der die Kinder die Berufe ihrer Eltern vorstellen sollten, nachdem die anderen von den Berufen ihrer sehr prominenten, berühmten, reichen Väter berichteten.
Nie wieder? (Kristallnacht)
Was habt ihr getan, ihr teuflischen Seelen?
Wie konntet ihr Euresgleichen so quälen?
Wie seid ihr mutiert von Menschen zu Vieh,
ihr treuen Gehilfen der Mordindustrie?
Wie wurdet ihr Bestien voll Hass und Gewalt,
mit Herzen und Seelen in Eisblockgestalt?
Es gibt keine Worte, um zu beschreiben,
wenn ganze Nationen das Morden betreiben.
Es gibt keine Worte, um zu erzählen,
wie Menschen beginnen die Nächsten zu quälen.
Gestern noch Nachbarn, gewohnt Haus an Haus,
heute geächtet und Taten voll Graus.
Gestern gesessen als Freund in der Stube,
heute beschimpft als der Untermensch Jude.
Die Unschuld ermordet, dem Satan gedient,
die Mörder gescheitert, doch fast nichts gesühnt.
Es gibt doch nur Menschen, nur Menschen allein,
was treibt sie nur um auf ihr Volk stolz zu sein?
Die Welt gehört allen, bei Tag und bei Nacht,
doch wieder ergreifen Tyrannen die Macht.
Und wieder folgt ihnen willig die Schar,
wie es wohl in allen Zeiten schon war.
Was nützen die Scham und stummes Betrachten,
wenn wieder Verzwergte die Nächsten verachten.
Es ist unvorstellbar, was damals geschah
und Tiefpunkt des menschlichen Abgrundes war.
Doch wieder erscheinen, wie Phönix aus Asche,
die Horden mit Mordlust und Hass in der Tasche.
Wir dürfen nicht schweigen und lautlos ertragen,
wenn Hetzer und Hasser erneut Juden jagen!
Keine Bemühungen um Befriedung werden von Dauer sein, keine Harmonie und kein Glück wird es geben für eine Gesellschaft, die einen Teil von sich ignoriert, ausgrenzt oder an der Peripherie sich selbst überlässt. Eine Gesellschaft laugt sich schlichtweg selbst aus, ja, verliert etwas Wesentliches für sich selbst. Lassen wir die Mentalität des Wegwerfens nicht in unser Herz hinein, denn wir alle sind Brüder und Schwestern, und keiner ist zum Wegwerfen.
- Papst Franziskus -
Mehr als acht Milliarden
Mehr als acht Milliarden Menschen,
jeder Mensch ein Unikat.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
jeder Mensch auf seine Art.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
von der Herkunft stark geprägt.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
Fragen in das Herz gelegt.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
manche reich und viele arm.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
Seelen kalt und Seelen warm.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
eine Erde nur zur Hand.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
Kriege um Besitz und Land.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
jeder sucht den wahren Sinn.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
jeder fragt, wo geht es hin?
Mehr als acht Milliarden Menschen,
manche suchen, manche nicht.
Mehr als acht Milliarden Menschen,
doch nur einer brachte Licht.
Viele dieser acht Milliarden
sind in hundert Jahren fort.
Viele dieser acht Milliarden fragen,
doch wohin, an welchen Ort?
Viele dieser acht Milliarden
lassen dieses Rätsel offen,
nur die Jesus Christus folgen,
wissen, anstatt nur zu hoffen!
Menschen, die mit Jesus rechnen, kommen immer in vorbereitete Verhältnisse.
- Paul Deitenbeck -
Sonnenfinsternis
Die Menschheit, die schlug laut Alarm,
auf Erden sei es viel zu warm.
Da sprach die Sonne: „Aus! Vorbei!
Ich nehme mir drei Tage frei.“
Die Pflanzen von Beijing bis Sachsen,
die hörten darauf auf zu wachsen.
Die Vögel sangen morgens nicht,
es fehlte das Orchesterlicht.
Die Stromversorgung wurde schwach,
die kleinen Kinder unzeitwach.
Die Menschen schauten bitter, stumm,
auf dunkle Orte ringsherum.
Die Gauner nutzten diese Zeit,
zum Rauben und zu bringen Leid
und endlich war das Weltenreich,
durch Dunkelheit für alle gleich.
„Legt nieder alle eure Waffen,
wir müssen eine Lösung schaffen.“
So tönte es von Land zu Land,
im Dunkel gab man sich die Hand.
Der Apotheker sprach: „Oh weh,
es fehlen Vitamine D“,
und hat sich dann sein Haar gerauft,
denn diese waren ausverkauft.
Auch Akkus, Lampen, Batterien,
die ließen manchen Umsatz blühen,
nur bei „Solar“ brach alles ein,
denn das schien ohne Sinn zu sein.
Man hörte aus Regierungskreisen,
es gelte jetzt rasch zu beweisen,
die Dunkelheit sei menschgemacht,
von bösen Feinden angefacht.
Drei Tage später, voller Wonne,
erschien am Morgen wieder Sonne.
Es jubelte die ganze Welt,
was nützt denn schon Besitz und Geld?
Am nächsten Tag war schon zu lesen,
so schlimm sei es wohl nicht gewesen.
So ist die Menschheit dieser Zeiten,
sie lässt sich rasch zu Neuem leiten.
Hat etwas später unterdessen
die Sonnenfinsternis vergessen.
Denn tausend Bad-News warten schon,
zu bringen Social-Media Lohn.
So hat die Sonne uns bewiesen,
wir Menschen sind nur scheinbar Riesen,
uns unsere Grenzen aufgezeigt,
uns Menschheit, die zum Hochmut neigt.
Man sollte in der Dunkelheit nicht vergessen, was man im Licht gelernt hat.
- Joe Baglygo -
Sola Scriptura
Es forschen die Menschen tagein und tagaus
und lesen aus Schriften die Weisheit heraus.
Der Eine sagt: „Ja, so ist es, genau!“
Der Andere wird aus den Worten nicht schlau.
Ein jeder, der liest oder dem man erklärt,
versucht zu erlangen den Sinn oder Wert.
Doch viele verzichten auf kritisches Denken,
um ihre Gedanken den Hetzern zu schenken.
Der Eine schiebt Worte voll Weisheit beiseite,
dem Andren bescheren sie riesige Weite.
Der Eine, der findet die Worte nur schlecht,
der Andre die gleichen erbauend, gerecht.
So scheint auch die Bibel für Viele durch Zeiten,
ein irrtumslos göttliches, zeitloses Leiten.
Das sagen die Menschen, die sich an sie halten
und täglich ihr Leben nach ihr nur gestalten.
Den Anderen scheint sie völlig egal,
sie lesen sie nie, es steigt ihre Zahl.
Sie halten sie für ein Märchenbuch nur
und nicht Gottes Deuten auf richtige Spur.
Umstritten, zerrissen, zerfleddert, verflucht …
Erkenntnis, für den, der nach Wahrheit nur sucht.
Es gibt für die Meisten nur schwarz oder weiß,
auch Christen, sie drehen sich oftmals im Kreis.
Der Eine sagt: „Ja, so ist es, genau!“
Der Andere wird aus den Worten nicht schlau.
Lest selber die Worte, doch betet zuvor,
um Weisheit, Erkenntnis und offenes Tor.
Ein jeder, der sucht, wird dann jemand finden,
der heilte die Tauben, die Kranken, die Blinden.
Ein jeder, der sucht, der findet den Sinn,
die Bibel, die deutet auf Jesus nur hin.
Ich lese die Bibel, wie ich meinen Apfelbaum ernte: Ich schüttele ihn, und was runterkommt und reif ist, das nehme ich. Das andere lasse ich noch hängen. Wenn ich eine Bibelstelle nicht verstehe, ziehe ich den Hut und gehe vorüber.
- Martin Luther -
Herbstzauber
Blättertänze, Farbenpracht,
Apfelernte, kühle Nacht,
Igelrascheln, Nest aus Laub,
Abendsonne, Glitzerstaub,
Spinnennetze voller Tau,
Regentage, grau in grau,
Gottesgaben, reich verteilt,
Seelen, durch sein Wort geheilt,
täglich Gnade lebenslang,
täglich Grund für Erntedank,
leiser Abschied, Sommer geht …
Jahresuhr wird herbstgedreht.
Gott schreibt das Evangelium nicht nur in die Bibel hinein, sondern auch auf die Bäume und in die Blumen, Wolken und Sterne.
- Martin Luther -
Rolltreppe
Die Treppe, die hinunterrollt,
führt nicht zu Ehre, Ruhm und Gold.
Sie führt dahin, wo sie begann,
ein Rätsel schon von Anfang an.
Der Mensch betritt die ersten Stufen,
folgt tausend Dingen, tausend Rufen,
versucht ganz schnell, bleibt er mal stecken,
den Grund, den Fehler zu entdecken.
Beginnt er dann zu Fuß zu gehen,
bleibt jene Treppe einmal stehen,
erkennt so mancher Sucher schon,
es fehlte einfach nur der Strom.
Er sucht und lässt sich manchmal ein,
vertrauend dann auf Gott zu sein.
Denn bleibt die Treppe auch mal stehen,
nur Gott schickt Strom zum Weitergehen.
Für jenen wird dann wahr der Traum,
er tritt in Gottes neuen Raum.
Dort ist schon alles vorbereitet,
von Jesus, der hineinbegleitet.
Bevor die Treppe steht ganz still,
lässt Gott dem Menschen, was er will.
Er kann sich ganz für Gott entscheiden,
er kann Gott auch für immer meiden.
Die einen sagen Gott in Stille:
Es soll geschehen Gottes Wille,
die andren sagen Gott in Stille:
Ich brauch Gott nicht, das ist mein Wille.
Meine ganze Theologie ist auf vier Worte zusammengeschrumpft:
Jesus starb für mich!
- C. H. Spurgeon -
76 Millionen (1914-1918/1939-1945)
Es wispern die Blätter: „Warum nur, warum?“
Doch bleiben die Wälder, wie immer, nur stumm.
Getrocknet im Boden die Meere von Blut,
ein Berg von Vermissten, der unter ihm ruht.
Die Kornfelder wogen, nach Kriegen gesät,
an Orten, wo man sich einst niedergemäht.
Verborgene Gräben, mit Erde gefüllt,
wo damals Gewehre und Bomben gebrüllt …
Millionen von Leben, die Zukunft voraus,
erfuhren im Kampf für Despoten ihr aus.
Die Ehre, der Stolz, der Kampf um ein Land,
es starben die Jungen durch Mitmenschenhand.
Behangen mit tausenden, blechernen Orden,
belohnt die Soldaten für grausames Morden.
Voll Glorie preisen die Führer den Kampf,
die Kämpfer verschwinden im tödlichen Dampf.
Dort gibt es nicht Schönheit, nur Blut und Gewalt,
das Töten geschieht ohne Sinn, ohne Halt.
Es bleiben nur Leichen und Trümmer und Fetzen
und Führer, die immer aufs Neue aufhetzen.
Was hat sich geändert, wo ging es dann hin?
Wie immer, war alles total ohne Sinn.
Was lernten die Menschen aus Leid und aus Tod?
Es bleiben am Ende Vernichtung und Not.
Doch wieder marschieren Soldaten voran
und wieder führt Macht sie und Gier geifernd an.
Und wieder, da sterben die Jungen im Krieg,
für einen vernichtenden, grausamen Sieg.
Bei allen Konflikten auf dieser Welt,
da geht es um Macht, um Besitz und um Geld.
Ach käme den Menschen doch nur in den Sinn:
Wir wollen den Frieden, wir gehen nicht hin.
Dann säßen Despoten im Bunker allein,
mit eiskalten Seelen und Herzen aus Stein.
Dann wären sie alle recht bald schon vergessen …
Tyrannen vom Hass und von Wahnsinn besessen.
Dann gäben die Menschen in jeglichem Land
voll Milde und Sanftmut dem Nächsten die Hand.
Dann wäre die Welt, voller Kriege und Leid,
für Frieden und wahre Liebe bereit.
Der Text des letzten Briefes eines 20-jährigen auf einem Kriegerdenkmal in Schloss – Neuhaus, den die Eltern und Geschwister dort einarbeiten ließen, und der ein stummes Zeugnis für die absolute Sinnlosigkeit aller Kriege ist:
Ihre lieben Eltern und Geschwister!
Wenn ihr diesen Brief bekommt, hat das Schicksal schon über mich entschieden. Die letzten Tage wo ich noch in Ruhe liege brachten mir eine bange Ahnung, das ich euch meine Lieben, nicht mehr zu sehen bekomme. Heute Abend gehen wir nach vorne, das Artilleriefeuer wird schreckliche Wirkung haben. Wenn sich meine Ahnung erfüllen sollte, dann trauert nicht um mich, ich bitte nur, denkt meiner im Gebete. Wenn ich euch früher Sorgen gemacht habe, so bitte verzeiht es mir. Sonst habe ich nichts mehr auszurichten. Möge mein Tod kurz und schmerzlos sein. Nun liebe Eltern und Geschwister lebt wohl, bis wir uns in der Ewigkeit wiedersehen. Nochmals herzlichen Gruß …
„Rabbi, wird der dritte Weltkrieg ausbrechen?“ „Nein, mein Sohn, aber der Kampf um den Weltfrieden könnte so furchtbar werden, dass kein Stein auf dem anderen stehen bleiben wird.“
- Aus dem Jüdischen -
Letzte Reise
Mancher fragt sich ängstlich, leise,
wohin geht die letzte Reise?
Doch wer kann verbindlich sagen
Antwort auf die letzten Fragen?
Allen Ruhm und alle Ehre
nimmt der Tod mit auf die Fähre.
Ein Windhauch sind wir nur auf Erden,
weil wir alle gehen werden.
Alles Laute, alles Leise,
macht sich auf die letzte Reise.
Alles Nehmen, alles Geben,
ist vorbei nach einem Leben.
Ein jeder Mensch lässt dann zurück,
des Menschen Leid, des Menschen Glück.
Bedenke, hast du volle Hände,
betrachte Existenz vom Ende.
Bedenke, jetzt ist noch die Zeit,
der Tod steht schon zum Sprung bereit.
Er geht mit dir in einer Tour,
hält in der Hand die Eieruhr.
Du wirst sein Raub, du wirst zu Staub,
vergehst wie jedes Jahr das Laub.
Auch wenn Statistik Spaß verdirbt:
Ein Mensch von einem Menschen stirbt.
Bedenke, hast du volle Speicher,
noch mehr macht gierig, doch nicht reicher.
Gib gerne jetzt vom Reichtum her,
denn tief im Grab nutzt er nichts mehr.
Das, was du suchst, wirst du nie finden,
willst du dich an die Jetztzeit binden.
Das, was du suchst, wirst du erreichen,
folgst du im Leben Gottes Zeichen!
Der Tod hat nicht das letzte Wort, sondern nur das Vorletzte
- Frederick Buechner -
Trumputin
Der Trumputin, der Trumputin,
war anfangs nur ein Clown,
man lachte über seine Witze,
beachtete ihn kaum.
Der Trumputin, der Trumputin,
erst dargestellt als Narr,
ist für die Welt der Gegenwart,
zerstörende Gefahr.
Der Trumputin, der Trumputin,
will nun die Welt verändern,
er glaubt, das kriege er schon hin,
durch dreisten Klau von Ländern.
Der Trumputin, der Trumputin,
der will sein Ziel erreichen,
er nimmt sich alles, was er will,
geht dabei über Leichen.
Der Trumputin, der Trumputin,
hält sich für gottesgleich,
er tötet für sein großes Ziel,
sein neues Weltenreich.
Der Trumputin, der Trumputin,
geht seinen Weg allein
und wer sich ihm entgegenstellt,
wird nicht mehr lange sein.
Dem Trumputin, dem Trumputin,
dem folgen Massen blind,
weil sie durch Lügen und Betrug,
total verblendet sind.
Der Trumputin, der Trumputin,
der wird die Welt zerstören,
wenn Welt nicht schnell dagegenhält,
statt weiter wegzuhören.
Dem Trumputin, dem Trumputin,
dem folgen Speichellecker,
wer nicht nach seiner Pfeife tanzt
dem zieht er rasch den Stecker.
Der Trumputin, der Trumputin,
wird einst vergessen werden,
wie alle Mörder und Tyrannen,
die wandelten auf Erden.
Die Menschheit, sie hat nichts gelernt,
aus Kriegen aller Zeiten,
fällt auch ein Tramputin vom Pferd,
wird bald ein andrer reiten.
Der Trumputin, der Trumputin,
ist kalt und seelenlos.
Wie kommt es, dass ihm Menschen folgen
und machen Böses groß?
Make Borscht not War.
- Antikriegsplakat
Ukraine 2022 -
Zukunftsaussichten
Heut sah ich die Zukunft,
sie saß vor den Wänden,
mit alten, von Arbeit,
gezeichneten Händen.
Steril dort die Zimmer,
steril jeder Flur,
von Bildern und Kunst,
nirgendwo eine Spur.
Sie saß an den Tischen
und schwieg vor sich hin.
Sie stellte die Frage:
Was ist noch mein Sinn?
Sie schlief in den Sesseln,
anscheinend sediert
und wurde oft weinend
aufs Zimmer geführt.
Sie saß dort apathisch,
zu nichts mehr bereit,
nichts selbst unternehmend,
ein Töten der Zeit.
Sie saß dort befehlend,
um sich kreisend nur,
war fordernd, war schimpfend,
dementer Natur.
Heut sah ich die Zukunft,
von Menschen betreut,
die trotzdem die Arbeit
mit Alten sehr freut.
Sie geben ihr Bestes,
doch manchmal auch auf.
Das nimmt die Gesellschaft
gleichgültig in Kauf.
Heut sah ich die Zukunft,
sie grinste mich an,
sie lächelte hämisch:
„Auch du bist bald dran!“
Jetzt sind die guten, alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.
- Peter Ustinov -
Digitale Hypochondrie
Still hört ein Mensch in sich hinein,
was kann das für ein Zucken sein?
Spielt ihm ein Nerv dort einen Streich?
Ist das sein Weg ins Totenreich?
Sein Armband aber zeigt ihm an,
dass es so schlimm nicht werden kann.
Die Werte, die sind optimal,
erkennt er an der Displayzahl.
Sein Smartphone wertet ständig aus,
wie sieht es aus im Körperhaus?
Es präsentiert ihm tausend Sachen,
die seine Fitness besser machen.
Ernährungsplan, Gymnastikzeit,
bewahren ihn vor großem Leid.
Zehntausend Schritte jeden Tag,
die halten ihn gesund und stark.
Am Nachmittag ertönt ein Ton,
der bringt ihn um den Fitnesslohn.
Er hat fünftausend erst geschafft,
doch sich am Abend aufgerafft.
Auf Lesen eines Buchs verzichtet,
damit sein Smartphone ihm berichtet:
Du hast dein Tagesziel erreicht,
dann fällt es dir auch morgen leicht.
Die Daten fließen heimlich, still,
in einen Rechner, der sie will.
Er wertet diese Dinge aus
und schickt die Werbung dann ins Haus.
Er suggeriert dem armen Wicht,
das, was du tust, das reicht noch nicht.
Du musst noch viele Dinge kaufen,
da reicht nicht nur allein das Laufen.
Still hört der Mensch in sich hinein
und kann schon morgen Leiche sein.
Hat sich ein Leben lang gedreht,
um etwas, was vorüber geht.
Mit Microchips, Gehirnstrommessern,
versucht der Mensch sich zu verbessern.
Glaubt so in seiner großen Not,
er schütze sich vor seinem Tod.
Er glaubt, er lebe effizient,
doch steht am Schluss auch hier: „The End“
und viele scheffeln Geld wie nie …
die Chefs der Fitnessindustrie.
Es gibt Menschen, die leben überhaupt nicht mehr richtig, die leben nur noch vorbeugend und sterben dann gesund, aber auch wer gesund ist, ist definitiv tot.
- Manfred Lütz -
Verloren in Amazon(ien)
Ein Mensch, der wollte nur erfahren,
wer einstens die Hetiter waren.
Beschloss, dass er sich schnell bediene,
der Hilfe einer Suchmaschine.
Er schaltet den Computer ein,
da ploppt schon auf sein Lieblingswein,
im Angebot und das nur heute,
jedoch nur für ganz schnelle Leute.
Die ersten Hundert, die ihn ordern,
die können viel Rabatt einfordern.
Der Mensch, der greift voll Freude zu,
bestellt den guten Wein im Nu.
Schon fährt ein rotes Band durchs Bild,
dass morgen ganz viel Neues gilt.
Am Stichtag morgen, neues Jahr,
wird vieles anders, als es war.
Der Mensch liest voller Neugier dann,
was morgen fängt an Neuem an.
Zwei Dinge, die auch ihn betrafen,
die las er durch, um ruhig zu schlafen.
Er surfte hier und surfte dort,
vom Urlaubsziel zum Einkaufsort,
bemerkt nach zweieinviertel Stunden,
er hat bestellt und viel gefunden.
Jedoch, er weiß es gar nicht mehr,
warum nur kam er eigentlich her?
Hat bei dem Surfen unterdessen,
den Grund des Surfens ganz vergessen.
So wird er heute nicht erfahren,
wer einstens die Hetiter waren.
Doch dafür schnappt sich hohen Lohn,
WhatsApp, Google, Amazon.
Die Algorithmen, die uns leiten
zu langen Such- und Einkaufszeiten,
sind vielen Menschen einerlei,
sie glauben ernsthaft, sie sind frei.
Die wahren Herrscher dieser Welt,
die horten Wissen und viel Geld,
die sammeln Infos, fragen nicht,
und führen Menschen hinters Licht.
Der Mensch sitzt dann im Cyberknast,
das wahre Leben wird verpasst,
durch Spielen, Suchen und durch Kaufen
und sinnlos durch das Dasein laufen.
Wir arbeiten in Jobs, die wir hassen, um Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen.
- Tyler Durden -
Flashback
Ein Mensch, im Supermarkt beim Suchen,
steht gerade vorm Regal mit Kuchen.
Als er dort mit der Auswahl ringt,
da hört er, wie ein Lied erklingt.
Es tönt von oben „San Francisco“,
beamt ihn zurück zur Jugenddisco.
Zeigt ihm im nächsten Augenblick
den kleinen Film vom ersten Glück.
Die Discokugel und Puch Maxi,
die Fahrten mit dem Cliquentaxi,
das scheue erste Händchenhalten,
das dürre Taschengeldverwalten.
Die Hose mit dem Riesenschlag,
der Tag, als er im Koma lag,
nach Tanz mit Schüssel auf dem Klo,
durch eine Flasche Persico.
Das Telefon mit seiner Schnur,
das diente kurzem Small Talk nur,
damit zu Hause es nicht krachte,
wenn dann die Post die Rechnung brachte.
Die Rundfahrt mit dem Mofarudel,
der explodierte Haarprachtpudel,
ein erster Schnäuzer, angedeutet,
den ersten Freundschaftsring erbeutet.
Der Erstversuch von Zigaretten,
Recorder, der gern fraß Kassetten,
der Tritt den Mädchen auf die Schuh,
beim ersten Schwof zu „Mami Blue“.
Wie war die Welt so kunterbunt,
es gab kein Facebook, doch den Mund.
Man traf sich jeden Freitagabend
im Jugendheim bei Cola labend.
Und mancher traute sich das schon,
den Schuss hinein „Maria Cron“.
Das wurde jenen zum Malheur,
mit Riesenkater hinterher.
Am Freitagabend zwanzig Uhr,
da folgte man der Freiheit Spur,
es kreiste manche Flasche Wein
rund um des Dorfes Jugendheim.
Der „Monday, Monday“ war oft schwer,
man litt vom Wochenende sehr
und freute sich auf nächste Stunden,
der Disco-Schwof- und Abtanzrunden.
Wie lange her ist diese Zeit,
für Leben, Lieben, Start bereit,
der Mensch geht still zum Auto hin
und „Yesterday“ spielt ihm sein Sinn …
Fang den Montagmorgen mit der Stimmung von Freitagabend an.
- Phil Bosmans -
Der Gesang der Friedenstauben
Ach, was sind wir Menschen toll,
Nächstem helfend, liebevoll.
Doch meist öffnen wir die Hand,
geht es nur um unser Land.
Manchmal stellen wir bereit,
Gelder für der Menschen Leid,
weit, weit weg, in fremden Ländern,
um die größte Not zu ändern.
Aktuell muss man es schaffen,
aufzurüsten mit viel Waffen.
Milliarden stehen schon bereit,
über eine lange Zeit.
Wie pervers auf dieser Erde,
verhält sich seine Menschenherde?
Dass sie mehr für Waffen gibt,
was die Kriege nie besiegt.
Nein, wir Menschen sind nicht toll,
selten helfend, liebevoll.
Für Zerstörung dieser Welt,
fehlt es nicht an Zeit und Geld.
Für die Armen und die Leisen,
hat man weder Geld noch Speisen.
Jeder denkt an sich allein …
Herzen werden kalt, wie Stein.
Doch wir sollten nie vergessen,
Land und Geld kann man nicht essen.
Und die Friedenstauben schweigen,
um uns unsre Schuld zu zeigen.
Jedem, der Krieg als Mittel der Menschheit ansieht, irgendetwas Gutes zu bewirken, muss sämtliche Intelligenz abgesprochen werden!
- Isnah Eggiw -
Escape Rooms
Ein kleiner Mensch, der Neugier voll,
der findet viele Dinge toll.
Er fragt noch nicht nach Sinn und Zweck,
so sind die Dinge oftmals weg.
Bei Großen stört das weiter nicht,
die kommen irgendwann in Sicht.
Die Kleinen, die im Haus verschwinden,
die lassen sich schon schwerer finden.
Der Autoschlüssel, spurlos weg,
der findet sich im Abfalldreck.
Er riecht danach nicht gerade lecker,
doch Dank sei hier dem Finde-Tracker.
Die Fernbedienung, nach zwei Stunden,
die wurde im Kamin gefunden,
das war zur Sommerzeit zum Glück,
da bleiben Schäden nicht zurück.
Nur manchmal ist das Glück nicht hold,
bei Edelsteinen oder Gold.
Ein Ring, der fand sehr schnell sein Ende,
durch klitzekleine Kinderhände.
Auf Fragen lachte Kleinkind froh
und deutete verschmitzt aufs Klo.
Auch Brötchenreste im Recorder,
bewirkten damals neue Order.
Nach Jahren findet man im Buch,
was in der Kindheit war ein Fluch,
den Fünfziger, einst spurlos weg,
in einem alten Buchversteck.
Ob Geld, ob Ringe, was auch immer,
es wurde besser, nicht noch schlimmer.
Wir freuen uns schon zu entdecken,
was uns die Enkel wohl verstecken
Weil wir, statt Dingen, Kinder lieben,
da kann Verlust kein bisschen trüben.
Die Dinge sind nur materiell,
die Kindheit aber geht ganz schnell.
(Ver)letzte Generation
Nein, sie konnten nicht viel geben,
sie hatten nichts erhalten.
Krieg in Kindheit, Flucht aus Heimat,
ließen sie erkalten.
Elend haben sie erfahren,
niemals sicher oder satt.
Liebe war für sie ein Fremdwort,
denn die Liebe fand nie statt.
An der Oberfläche bleiben,
nicht nach Sinn zu fragen,
wurde Lebenselixier,
selbst an dunklen Tagen.
Viele, viele kleine Helfer
boten Pseudowohl,
viele, viele bunte Pillen
und viel Alkohol.
Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder,
doch von innen tot,
ließen sie, ganz ohne Vorsatz,
auch den Kindern Erbschaft Not.
Auszubrechen aus dem Trauma,
das gelang fast nie.
Unter ihren Seelentrümmern
fragte stumm das Wie?
Nie mehr Kriege, nie mehr Hassen,
um nicht neu zu pflanzen,
Menschen die gebückt nur gehen,
statt durchs Leben tanzen …
Das bleibt nur ein frommer Wunsch
der Kinder dieser Erde,
wenn das Ende aller Kriege,
nicht zur Wahrheit werde.
Nein, sie konnten nicht viel geben,
sie hatten nichts erhalten,
wenn die Welt nicht daraus lernt,
wird sich nichts umgestalten.
Nein, die Zeit heilt keine Wunden,
die Kinderseelen zart und weich,
wurden durch die vielen Narben,
durch Gewalt dem Waschbrett gleich.
Man kann die Not der Vielen nicht aufaddieren. Für den Einzelnen ist es immer seine ganze Not. Es ist Unsinn, die vielen Menschen in Not zu sehen und zu glauben, es sei eine riesige Not, als könne man Not aufsummieren zu einem Haufen. Es gibt nur die Not der Einzelnen. Und einem Einzelnen ist ganz geholfen, wenn man ihm hilft.
- Verfasser unbekannt -
Witzlos
Ein Mensch, der Witze gern erzählte
und damit manchmal Hörer quälte,
schuf anfangs einen Spannungsbogen,
der sich dann gerade hat gebogen.
Ganz aufmerksam lauscht erst die Schar,
der Einstieg klappt ganz wunderbar
und auch der Mittelteil gelingt,
als er sich Richtung Pointe schwingt.
Doch kurz vor Schluss der Spaßtiraden
entgleitet ihm komplett der Faden.
Durch einen Stopp im Redefluss
versiegt der Witzerzählungsguss.
Wie oft der Schuh, beim Schuhbandlösen,
wenn man verfängt sich in den Ösen,
wird jener Witz zu einem Knoten,
statt Höhepunkt des Komikboten.
Er stottert, fängt von vorne an,
beginnt ein drittes Mal sodann.
Die Hörerschaft schaut still und stumm
im Raum und auf dem Tisch herum.
Noch mehrmals wechselt er den Sinn,
er merkt, die Pointe ist dahin,
als alle tief die Köpfe neigen
und fremd sich schämend traurig schweigen.
Und auch der Witzbold bleibt kurz still,
doch weil er Ehre retten will,
legt er schnell nach: „Kennt ihr schon den“,
und wundert sich, dass alle gehn.
Es ist gefährlich über einen Witz zu lachen, man bekommt ihn dann immer wieder zu hören.
- Danny Kaye -
Club Shame 2025
Ein Mensch, der liegt an einem Strand,
mit kühlem Cocktail in der Hand.
Ein Zaun hält ihm das Elend fern,
wer sieht im Urlaub so was gern?
Was ist das für ein schöner Ort?
In Afrika ein Fun-Resort!
Gut abgeschirmt von Leid und Not,
damit ein Blick darauf nicht droht.
Es biegen sich die Frühstückstische,
durch Nahrungsmittel voller Frische.
Zum Mittag folgt „All you can eat“,
was man an Riesentellern sieht.
Am Abend schwelgen am Buffet,
danach zum Disco-Tete a tete,
„all inclusive“ sind die Getränke
in jener weitentfernten Schänke.
Dazwischen Yoga für die Seele
und etwas Fitnessraumgequäle.
Nach Mittagsschlaf geht es zurück,
zum Strand und neuem Cocktailglück.
So sorgen wir im fremden Land
für Arbeitsplätze, Geld in Hand.
Kann man den Urlaub echt genießen,
wenn Not und Elend draußen sprießen?
Wenn durch das Stecken kleiner Hände,
durch Zäune bettelnd aufs Gelände,
die Kinder uns die Botschaft geben,
wir haben nicht genug zum Leben?
Das will kein Mensch im Urlaub sehen,
das, Leute, müsst ihr doch verstehen.
Zwei Wochen war es bei euch schön,
nun macht es gut, auf Wiedersehn.
Wie wunderschön ist Afrika,
doch ihr Geschwister, bleibt bloß da.
Zu euch zu kommen ist zwar toll,
doch unser Boot ist leider voll.
Weihnachtsbaumrecycling (nach einer wahren Begebenheit)
Es war einmal ein Tannenbaum
in einem kleinen Wald.
Der war zum Zweck als Weihnachtsbaum
geeigneter Gestalt.
Der Wind blies Samen von dem Baum
bis zwischen Bahnhofsgleise.
Dort wuchs ein Nachwuchstannenbaum,
ganz unbemerkt und leise.
Tagein, tagaus fuhr übers Jahr
die Eisenbahn vorbei,
grundsätzlich war der kleine Baum
den Menschen einerlei.
Doch einer fand im Kellerraum
den Schmuck von vielen Festen,
beschloss, er schmücke jenen Baum
mit Accessoires an Ästen.
Es wurde jener Tannenbaum,
zuvor nicht groß beachtet,
denn so ein nackter, grüner Baum
wird meistens nur verachtet.
Doch wurde dieser Weihnachtsbaum,
mit Kugeln und Lametta,
für manchen deprimierten Mensch
zum Gute-Laune-Retter.
Auf jenen Blickfang, der dort stand,
geschmückt und spendend Sinn,
da schaute voller Deja Vu,
so mancher Pendler hin.
Wie kommt er mitten zwischen Gleise,
so rätselten die Leute,
und wurden, ob des schönen Schmucks,
oft Weihnachtsfreude - Beute.
… die Heimkehr vor dem Weihnachtstag
aus weiter, weiter Ferne.
… der letzte Arbeitstag vorm Fest,
man sah das Bäumchen gerne.
So haben Samen und der Schmuck
die Welt umsonst beschenkt
und Augen, Herzen und den Sinn
aufs Weihnachtsfest gelenkt.
Im Kleinen kann oft Großes sein,
was oft im Leben gilt,
das schaffte hier ein lieber Mensch
durch jenes Weihnachtsbild.
Wenn ich nicht der größte Baum im Wald sein kann, dann will ich mir doch die Mühe geben, der schönste Grashalm im Tal zu werden.
- Tunji -
Feuersee
Das Böse, der Hass, der Krieg und der Tod,
die saßen in einem verrottenden Boot.
Es ruderten Sklaven, versklavt von Tyrannen,
die mit ihren Lügen das Töten begannen.
Das Meer ringsumher war rot, wie von Blut,
am Himmel das Leuchten zerstörender Glut.
Die Ufer zertrümmert, vernichtet Natur,
im Fahrwasser nur eine teuflische Spur.
Das Böse, der Hass, der Tod und der Krieg,
die opferten Menschen für sieglosen Sieg.
Ob Kaiser, ob Zar, ob Präsident,
auch an ihrem Ende steht immer „The End“.
Sie werden für ewig dann Runden dort drehen
und für alle Zeiten die Untaten sehen.
Doch rudern sie ohne Hilfe, allein.
Der Name des Bootes wird „Ewigkeit“ sein.
Das ist dann ihr Lohn für Macht und für Gier,
für böses Mutieren vom Menschen zum Tier.
Denn Gott, der Gerechte, sieht heute und immer,
das Leiden der Opfer und hört ihr Gewimmer.
Die Menschen müssen nur den Lehren Jesu vertrauen und sie befolgen, dann wird es Frieden auf Erden geben.
- Leo Tolstoi -
Jesus hat am Kreuz gesagt: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Wir müssten heute sagen: Vater vergib uns, denn wir tun nicht, was wir wissen.
-Steve Volke-
Graue Wölfe
Ja, ich renn oft in den Keller,
weiß dann nicht mehr warum.
Ja, ich suche oft nach Namen,
doch mein Hirn bleibt stumm.
Ja, ich wache nachts oft auf,
vor Ganzkörperschmerz.
Ja, die Kraft lässt langsam nach,
ob Arme, Beine, Herz.
Ja, ich registriere schon,
wie das Kopfhaar schwächelt.
Ja, ich registriere schon,
die Falten, wenn man lächelt.
Ja, ich merke manchmal schon,
dass Reaktion nachlässt.
Ja, ich merke ebenfalls,
Stock Vier gibt mir den Rest.
Nein, das macht mir nicht viel aus,
das ist des Lebens Lauf.
Nein, das deprimiert mich nicht,
das nehme ich in Kauf.
Nein, ich will nicht nochmal „Jung“,
so schön die Zeit auch war.
Nein, es nicht alles schlecht,
nur anders Jahr für Jahr.
Nein, ich muss nicht still jetzt sein,
will viel Neues machen.
Nein, ich schau nicht nur auf mich
und mir genehme Sachen.
Nein, ich will nicht Ruhe geben
für den Rest der Tage.
Nein, ich ändere nicht die Welt,
mit dem, was ich hier sage.
Doch habt Mut, ihr alten Weisen,
für etwas aufzustehen
und ein Stück weit altersmild
auf die Welt zu sehen.
Gebt gern weiter, was ihr wisst,
öffnet Herz und Hände.
Steht den jungen Menschen bei,
bis zum Lebensende.
Seit ein Beispiel für die Welt,
bleibt im Alter munter,
dann geht die Sonne morgens auf,
nicht, wie für Manche, unter.
Gesund ist, wer versöhnt lebt und mit seinen seelischen und körperlichen Einschränkungen zuversichtlich leben kann.
- Jürgen Mette -
Brückenlücken
In einer Stadt, an einer Brücke,
da reihte Lücke sich an Lücke,
wo vorher viele Schlösser hingen,
die über Nacht verloren gingen.
Gott sah schon die Gefahr aufkommen
und hat den Stachel ihr genommen,
dass jene Brücke durch Gewicht,
mal irgendwann zusammenbricht.
Ein Engel hatte über Nacht,
die vielen Schlösser weggemacht,
die in der ersten Liebeszeit,
den Partnern wurden dort geweiht.
So blieben dort an Gitterstäben,
Bekundungen vom treuen Leben,
doch nur, die dann ihr Wort auch hielten
und nicht schon nach dem Neuen schielten.
Das Schloss, von manchem grad verschlossen,
hat mancher, kurz darauf verdrossen,
nach kurzer Zeit bereits vergessen,
das nächste hingehängt stattdessen.
Der Engel schaute auf sein Werk,
den Himmelsschrottplatzschlösserberg …
nur eine fand das gut sogar,
die Brücke, die erleichtert war.
Manche Menschen richten sich das Leben ein, wie einen Parcours, alle paar Meter ein neues Hindernis.
- Robert Lembke -
Jesus forever
Immer wenn ich traurig bin,
nimmst du in den Arm.
Immer wenn ich frierend bin,
umhüllst du mich ganz warm.
Immer wenn ich zornig bin,
nimmst du das in Kauf,
immer wenn ich streiten will,
gibst du mich nicht auf.
Immer wenn ich hadern will,
hörst du schweigend zu.
Immer wenn ich sündige
löschst du das im Nu.
Immer bist du mir ganz nah,
wie du einst gesagt.
Dieses gilt für jeden Mensch
der sich zu dir wagt.
Immer will ich mit dir sein,
du Weg, du Wahrheit, Leben.
Immer suchen wir nach Sinn,
nur du kannst ihn uns geben.
Was Christen sollten:
Für Alles beten.
Im Großen hoffen.
Im Kleinen handeln.
- Jörg Dechert -
Der unbekannte Mann
In kleinem Dorf geboren,
die Kindheit dort verbracht.
Gelernt, geliebt, geborgen,
geweint und auch gelacht.
Zum Mann herangewachsen,
mit Holz den Lohn verdient.
Mit 30 dann erfahren,
er ist der Mensch der sühnt.
Er wanderte von Dannen,
das Predigen begann,
das Himmelreich auf Erden,
fing für die Menschen an.
Er hatte nie ein Häuschen,
er schrieb auch nie ein Buch.
Aus seinem Mund entfleuchte
niemals der kleinste Fluch.
Er hatte keinen Karren,
hat sich auch nicht vermählt.
Er hat auf seinem Weg
zwölf Freunde auserwählt.
Er ging auch nie zur Uni,
ein Amt war nicht sein Ding.
Er liebte Kranke, Arme,
half denen, die gering.
Er ging nicht in die Städte,
doch in manch kleinen Ort.
Die Heimat, die verließ er,
doch ging er nie weit fort.
Er bot nicht große Gesten,
um Mittelpunkt zu sein,
er widerstand dem Luxus,
mit Gottes Wort allein.
Er hatte nur sich selber,
das, was am Leib er trug,
er gierte nicht nach Reichtum,
sein Glauben war genug.
Er betete tagtäglich,
er tat, was niemand tat
und für die Menschenführer
hielt Weisheit er parat.
Das nahm man ihm bald übel,
der Wind, er drehte sich,
die vielen, die erst folgten,
die ließen ihn im Stich.
Selbst jenen, den er liebte,
den er als Fels benannt,
hat dann der Mut verlassen,
er hat ihn nicht gekannt.
Ein anderer der Freunde,
von Geldgier übermannt,
der gab ihn seinen Feinden
in ihre Mörderhand.
Dann wurde er verhaftet,
die Anklage ein Witz.
Man brachte ihn zum Urteil
vor einen Herrschersitz.
Inmitten von zwei Dieben,
am Kreuz starb dieser Mann.
Mit jenem Tod am Balken
fing neues Leben an.
Das Letzte, nur ein Mantel,
nahm man ihm auch noch fort.
Es würfelten Soldaten,
um ihn am Todesort.
Ein Freund, der ihn tief liebte,
der legte ihn ins Grab.
Er gab es voller Trauer
an seinen Rabbi ab.
Der Mann, dem viele folgten,
war allen Menschen gleich.
Nur Sünde oder Böses
war nicht in seinem Reich.
Er war so völlig schuldlos,
trug aller Sünden Last,
die Menschen haben spät erst
den Opfertod erfasst.
Drei Tage tief im Dunkel,
dann stand der König auf.
Seit diesen alten Tagen,
war neu der Weltenlauf.
Der schon in alten Zeiten,
auf diesen Mann nur wies,
der jene, die im folgen,
empfängt im Paradies.
Kein Heer und keine Herrscher
und auch kein Parlament,
hat seitdem das geschaffen,
das Gottesreich sich nennt.
Kein König und kein Kaiser,
nicht Flotten oder Krieg,
sind seitdem zu was nütze,
nur jenes Mannes Sieg.
Er ist der Weg, die Wahrheit,
das Leben, wie er sagt
und niemand wird gewinnen,
der das zu leugnen wagt.
Er hat niemals im Leben
mit Taten laut geprahlt.
Dann hing er dort am Balken –
die Rechnung war bezahlt.
Sein Name, Jesus Christus,
die neue Zeit begann,
mit Gottes Sohn, dem einen,
dem unbekannten Mann.
In einer Gesellschaft, in der Golgatha für eine Zahncreme gehalten wird, wird es Zeit wieder über Jesus zu informieren.
- Arno Backhaus -
Geborgen in Gewissheit
Ich will nicht leise, still verschwinden
und mich an Rituale binden.
Ich brauche nicht für jeden Tag
Figuren aus dem Götterpark.
Ich will nicht zigmal auf die Erde,
wenn ich zu Gott einst gehen werde.
Ich muss den Sinn nicht weitersuchen,
ich durfte ihn bei Jesus buchen.
Ich muss nicht Dinge, Tage ehren,
um heut´ mit Gott schon zu verkehren.
Ich muss mich nicht mit Menschen streiten,
die sich von Andrem lassen leiten.
Ich will in Blättern nicht von Buchen,
die Gegenwart von Göttern suchen.
Ich finde dort in der Natur,
von einem Schöpfer nur die Spur.
Ich will nicht, wie der Staub bei Winden,
in der Unendlichkeit verschwinden,
mich nicht von dieser Welt entfernen,
um zuzuschauen von den Sternen.
Ich brauche nicht Gebet von Dritten,
die noch bei Gott für mich erbitten.
Ich habe Jesus, geh zu ihm,
der für mich gab sein Leben hin.
Ich muss nur ja und Amen sagen,
dann werde ich zu ihm getragen,
zu Jesus, der die Wohnung baut,
das weiß ich und bekenn es laut.
Ich brauche keine Angst zu haben,
vor Toten, lange schon begraben.
Ich muss mein Konto nicht gut füllen,
um gute Werke zu enthüllen.
Ich muss nicht alle Bücher lesen,
die immer Menschenwerk gewesen.
Ich lese, was der eine spricht,
die Worte Jesu, helles Licht.
Ich kann auf Menschenworte achten,
die weisheitsvoll die Welt betrachten,
doch will ich daraus Schlüsse ziehen
und nicht vor Götzen niederknien.
Ich möchte einfach Zeugnis sein,
das Wasser trinken, statt den Wein,
dem einen nur die Ehre geben,
dem Weg, der Wahrheit und das Leben.
Er starb für mich auf Golgatha,
ist heute noch für alle da.
Es ist für mich total gewiss,
es existiert kein Kompromiss!
Viele Menschen haben sich zu Göttern gemacht, aber nur ein Gott zum Menschen.
- Verfasser unbekannt -
Epilog
Quo vadis, Menschheit?
Wir können nur hoffen,
die Welt beschließt nie,
die Waffen zu nutzen,
gefüllt mit Chemie.
Die Menge, die würde
fünftausendmal reichen,
die Erdbewohner
zu verwandeln in Leichen.
Milliarden werden für
Waffen gegeben,
zu töten, anstatt
zu retten das Leben.
Despoten, Tyrannen,
die Großindustrie,
betrachten die Menschen
als Schlachthofvieh.
Was sind das für Teufel,
die selbst Kinder haben,
doch Kindern und Enkeln
die Zukunft begraben?
Die Seelen verkaufen
für Macht und für Geld,
die Auslöser sind
aller Kriege der Welt?
Und auch Atomkraft
auf dieser Erde,
reicht viermal zu töten
die menschliche Herde.
Der Wahnsinn, aus dem
Gesellschaft nichts lernt,
ist nur einen kleinen
Knopfdruck entfernt.
Wie destruktiv sind
die unfassbaren Zahlen,
die Untergangsszenen
ans Himmelszelt malen?
Wie heuchlerisch ist
die narzisstische Welt,
die damit verdient
wahre Berge von Geld?
Quo vadis, du Menschheit,
so fragt sich ein Christ,
der auf den Spuren
von Jesus ist.
Quo vadis, du Menschheit,
so fragen sich viele,
mit Frieden und Liebe
als menschliche Ziele.
Ihr Menschen, denkt nach
und tut dann das Gute,
denn kurz ist das Leben
und falsch oft die Route.
Seid Tropfen in einem
vertrocknenden Meer,
dann wächst es zwar langsam,
doch langfristig sehr.
Dann wird, was Gott hofft
in vielen Jahren,
kein Flüchtlingsboot
über die Meere mehr fahren.
Dann würde das wahr,
was unten gleich steht,
die Weisheit, wie sich
diese Welt weiterdreht:
„Es gibt nichts Gutes/ außer: Man tut es.“
Ein Epigramm aus der Sammlung von Erich Kästner, veröffentlicht 1950 unter der Überschrift „Moral“.
Weitere zurzeit noch überall in Buchhandlungen oder über Internetanbieter bestellbare Bücher:
Kunterbunter Christenhund
Geschichten in Gedichten
172 Seiten ISBN-13: 9783759776556
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Bittersüßes Menscheinander
Humorvolle und besinnliche Gedichte eines Dorfpoeten aus 20 Jahren,
200 Seiten, ISBN-13: 9783848224364, Verlag: BoD - Books on Demand
Himmelwärts
Ein Dorfpoet erzählt
Besinnliche, satirische, humorvolle Kurzgeschichten, Zitate, Parabeln, Anekdoten, Essays, Erzählungen und Märchen
196 Seiten, ISBN-13: 9783757817794, Verlag: BoD - Books on Demand
Was ein Kind braucht
Gedichte über Kinder und Kindheit
64 Seiten, ISBN-13: 9783748170846, Verlag: BoD - Books on Demand
Wenn Jesus in das Leben kommt
Christliche Gedichte
104 Seiten, ISBN-13: 9783752857306, Verlag: BoD - Books on Demand
Jesus, Weg, Wahrheit, Leben,
Gedichte und Zitate
132 Seiten, ISBN-13: 9783756822096, Verlag: BoD - Books on Demand
Maleks Umkehr
Roman
116 Seiten, ISBN-13: 9783759761347, Verlag: BoD - Books on Demand